Montag, 3. September 2012

Fünf Jahre Friesland Poker: Ohne Kommerz, aber mit Herz und Melone

Moin tosamm,

Passend zum feierlichen Anlass gab Charme und
Melone. Für den Fotografen in diesem Fall
auch die stylische Sonnenbrille.
Fotos: Friesland Poker
Live Poker? Ja, bitte! Und gerne so oft wie machbar! Online-Poker? Wenn zeitlich möglich, gerne - aber nur als Snack zwischendurch. Dass mir Menschen aus Fleisch und Blut als Gegner weit lieber sind als solche aus Bits und Bytes, ist mir erst am letzten Sonnabend wieder klar geworden. Friesland Poker rief im Vareler Tivoli zum Jubiläumsturnier - fünf Jahre ist die private Initiative bereits damit beschäftigt, Turniere für Jedermann zu organisieren. Und das zu Buy-Ins, die dank ihrer niedrigen Höhe bereits an der Kasse klar machen: Wir bieten Euch Raum zum Spielen, weil wir mit Euch unsere Poker-Leidenschaft teilen wollen - nicht, um Gewinne einzufahren.

Zur Begrüßung gab es ein Glas Sekt und eine herzliche Ansprache der Organisatoren, in der ersten Pause Gratis-Wackelpudding für alle Beteiligten. Nicht nur das: Mittendrin ertönten immer wieder Ausrufe von Spielern, wenn ein Paar Fünfen, ein Drilling oder gar Vierling Fünfen eine Hand gewann. Denn: Passend zum Jubiläum wurden dann Gratisgetränke oder auch Buy-Ins spendiert.

Mehr als nur Gegner

Das Jubiläumsturnier wollte ich mir ebenfalls nicht entgehen lassen, da ich in Varel seit rund geraumer Zeit mehr als einen bloßen Sachpreis-Pokerturniertermin genießen kann. Viele der Spieler sind für mich zu geschätzten Menschen geworden, mit denen ich auch abseits der Pokertische gerne den Kontakt pflege.

Was meinen Turnierverlauf betrifft, war der von Berg- und Talfahrten gezeichnet: Bekam ich gute Hände, wurden die leider nur selten besonders gut ausgezahlt, als die Blinds bereits höher wurden, kam die Kartendurststrecke. Als schließlich die rote Zone in Sichtweite kam, gelang mir zwar einmalig ein  lebenswichtiger Aufdoppler. Dann habe ich es aber verschlafen, selbst mit Müll auf der Hand den Versuch zu wagen, Chips zu ergattern. Ich mache genau das als meinen Knackpunkt für dieses Event aus: Zu zaghaft gewesen zu sein. Daran muss ich arbeiten.

Das Gefühl aber passte

Ich konnte aber auch wieder ein Stückweit Vertrauen in mein Spiel zurückgewinnen: Beispielsweise, wenn ich wiederholt erkannt habe, zu welchem Zeitpunkt auf welchem Weg sehr gute Chancen auf den Gewinn einer Hand bestanden. Oder mein Gefühl für einen Gegner bestätigt wurde und ich ihn entsprechend unter Druck setzen konnte.

Kurios, welche Spielertypen mir im Verlaufe des Sonnabends parallel über den Weg liefen:
  • Der Tilter: Jemand, der heiß läuft und seine ihm eigenen Pokerfähigkeiten über Bord wirft, obwohl noch genügend Chips vor ihm stehen
  • Der Erklär-Bär: Diese Art von Kontrahent erklärt den Mitspielern ungefragt, was geht und was nicht funktioniert oder was sie gerade falsch gemacht haben. Sie können nicht anders.
  • Der Kopflose: Ohne Not schießt er die Hälfte seines Chipstapels in den Wind - dafür reicht gerne auch eine einzige Müll-Hand.
  • der Respektlose: Passiert jemand am Tisch ein Fehler, geht diese Spezies zum Angriff über. Offen wird am Tisch auf die fehlende Erfahrung des Gegners spekuliert.

Zum Glück nur Ausnahmen

Das Gros machten aber - wie von Friesland Poker gewohnt - freundliche und spielfreudige Pokerfreunde aus, die auch Anfängern unterstützend unter die Arme griffen.

Gut gefüllt: das September-Turnier im Vareler Tivoli.
Danke sage ich an dieser Stelle etwa unserem "Tisch-Dealer" Andreas, der in routinierter Manier die Karten verteilt hat, außerdem den besagten Neulingen im Turnier bei Bedarf mit Erklärungen weiterhalf. Bei Friesland Poker gibt es zwar keine Dealer, weswegen der Eintritt auch weit unter denen der umliegenden Poker-Veranstalter liegt. Wohl aber gibt es ein paar erfahrene Teilnehmer, die von sich aus die Karten in die Hand nehmen, weil sie wissen, dass dadurch die Zahl der gespielten Hände steigt.

Solltet Ihr so jemanden am Tisch finden, dankt ihm und sorgt gemeinsam dafür, dass sein Glas nicht trocken wird. Damit würdigt ihr seine oder auch ihre Dienste. Macht Euch bewusst: Dieser Jemand hebt unter anderem auch Eure Chance, schneller zur möglichen Gewinnerhand zu gelangen.

Lust auf Live

Wann wohl meine nächste Live-Pokererfahrung anliegt? Reizen würde mich auch mal wieder ein Besuch im Casino. Solange aber weiterhin so rasche Blindstrukturen wie die im Casino Bremen existieren, halte ich davon Abstand. Liebe Poker-Organisatoren, auch in Bad Zwischenahn: Feilt an Euren Angeboten! Schafft wenigstens ein Event, das auch kleine Fische wie mich mal wieder zum akzeptablen Preis in Euer Haus lockt! Das würde nicht nur mich sicherlich sehr freuen.

Egal, wie hoch der Preis ist: Behandelt uns bitte wie Könige. Oder wie in Varel: Dort bin ich nicht nur eine Nummer, die Geld zur Kasse bringt. Ihr wart selbst in Friesland am Tisch? Wie war Euer Abend? Ich freue mich, von Euch im Kommentar-Bereich zu lesen.

Beste Gröten,
Nico

P.S. Euch gefällt mein Blog-Eintrag? Ihr habt vielleicht etwas mitgenommen, was Euch für Euer eigenes Pokerspiel nützt? Oder habt meinen Post einfach gerne gelesen? Dann würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr auch hier vorbei schaut. Damit unterstützt Ihr meinen Blog. Vielen Dank!