Dienstag, 25. September 2012

Live Poker: 7 Etikette-Tipps, die vor der Blamage bewahren

Moin tosamm,

Ein Vierling Asse ist Eure Wunschhand? Und
das wollt Ihr der Pokerwelt mitteilen? Haltet
Euch mit ähnlichen Wortbeiträgen zurück.

Foto: Foto Ventura, Oldenburg
ein seltsamer Abend liegt vor Euch: In wenigen Minuten sollt Ihr im Casino gegen Menschen aus Fleisch und Blut Poker spielen. Was nun? Wie verhaltet Ihr Euch vor Eurer großen Premiere am Live-Pokerfilz, ohne Euch zu blamieren?

Das "Riviera Hotel und Casino" in Las Vegas hat vor Kurzem sieben Etikette-Tipps veröffentlicht, die ich Euch heute gerne weitergeben will. Das Original findet Ihr im Blog-Bereich des Riviera, den ich im Übrigen vorbildlich finde. Folgend poste ich jeweils den englischen Originalbeitrag und liefere Euch dann eine sinnentsprechende Übersetzung.

1. Silence is golden.
Chatting about your hand, or what you wished you’d played, or how others are playing, etc., is not only distracting, but it can actually hurt your chances of winning.

Schweigen ist Gold. Spart Euch Kommentare zu Eurer Hand, die Spielart der Gegner oder auch dazu, was Ihr Euch gerne gewünscht hättet. Das ist nicht nur störend, es kann im blödesten Falle Eure Gewinnchancen schmälern.

2. No vest?  Keep those cards close, anyway.
Not only do you not want others around you to see what you have for your own good, you also don’t want to unwittingly influence how the game plays out.  If you toss your cards into the muck side-up, other players might not be able to bluff about their hands.  This creates discord.

Schützt Eure Karten vor den Blicken der anderen Spielern. Selbst, wenn Ihr die Hand nicht spielen wollt. Denn mit Pech verwertet einer der Gegner die Information, die Ihr offenbart, zu seinem Vorteil. Macht nicht den Fehler, die Karten offen in den Muck zu werfen. Damit kann Kontrahenten die Chance verbaut werden, zu bluffen. Und das sorgt mit Garantie für Unruhe.

3. Be nice.  Even when you’re mad.  Especially to the dealer.
If a play doesn’t go your way, or if you’re running a losing streak, cursing or being rude to those around you isn’t going to enhance your profile or turn things around.

Seid nett. Selbst, wenn Ihr ein Spieler seid, der zur wilden Sorte gehört. Besonders zum Dealer solltet Ihr freundlich sein. Wenn Eurer Spiel nicht so verläuft, wie Ihr Euch das vorstellt oder Ihr gerade einen üblen Downswing erleidet, hilft es Euch auf keinen Fall, zu anderen unfreundlich zu sein. Ein solches Verhalten verbessert weder Eure Gewinnchancen noch Euer Image.

4. Don’t splash the pot. It gets messy.
You know how, in movies, poker players always toss their bets into a big mess in the pot?  Don’t do that.  People need to know how much you’ve bet.  Keep your chips stacked neatly in front of you.

Hier nimmt das "Riviera Hotel und Casino" jene Hollywood-Schauspieler aufs Korn, die in ihren Filmen beim Setzen einer Bet zu den Chips greifen, um diese dann im hohen Bogen auf dem Pokertisch zu verteilen. Macht das nicht. Jeder muss nachvollziehen können, was vor Eurer Bet a) in der Mitte lag und b) was Ihr für einen Einsatz gebracht habt. Sorgfalt sollte auch für Euren Stack gelten: Arrangiert ihn sortiert und und leicht zählbar vor Euch.
5. Raise it right.
If you’re going to raise on someone’s bet, say so immediately, and then quickly and clearly state the amount of money you’re raising.  If you’re going to call someone’s bet, that’s a totally separate thing.  Say, “Call.”  Keep it simple.  Once you say, “Call,” you can’t then say, “Raise.”  In other words, the movies get it wrong again when the character says, “I’ll call your 100…and raise you 300.”  Do one or the other, keep it simple, and do it immediately.

Erhöht korrekt.
Wenn Ihr die Bet eines anderen Spielers noch einmal erhöht, verhaltet Euch eindeutig: Kündigt den Raise an und nennt dann gleich den Betrag, auf den Ihr erhöht. Anders sieht das beim bloßen Call aus. Belasst es beim einfachen Wort "Call". Danach ist es nicht mehr möglich, ein "Raise" folgen zu lassen. Diesen Fehler sieht man oft in Filmen, in denen einer der Darsteller ein "Ich calle" verkündet, um Sekunden später den Satz "... und erhöhe deine Bet noch einmal um 300." Das funktioniert nicht. Entscheidet Euch für das Eine oder das Andere - und macht es eindeutig und ohne Umschweife.

6. Don’t take that call.
If you can’t leave the cell phone in your room, do turn it off or to silent.

Hände weg vom Handy. Wenn Ihr Euer Telefon schon nicht zu Hause oder auf dem Hotelzimmer lassen konntet, schaltet es aus oder zumindestens stumm. Danke, liebes Riviera-Casino, für diesen Hinweis - er kann nicht oft genug angebracht werden.
7. Have fun.
Poker players can mean business when they play. But it’s also just a fun game to get into! The Riviera Poker Room is expansive enough to have room for all kinds of players, with multiple games, daily tournaments, the largest bad beat progressive on the strip, food comps, high hand bonuses and more. Come to have a good time, and if you have any questions, the Riviera staff will be happy to help you out.


Habt Spaß am Spiel
Wenn Pokerspieler erst einmal am Tisch sitzen, ist es für manche von ihnen ihr Mittel und Weg, um Geld zu verdienen. Es ist aber vor allem ein Spiel, das Spaß macht. Der Riviera Poker Room legt laut Blog-Beitrag Wert darauf, dass in deren Räumlichkeiten mehrere Spielernaturen oder auch Spielarten von Poker nebeneinander existieren können, außerdem Boni für Bad Beats und gutes Essen angeboten werden. Wer hier verweilt, soll einen schönen Abend verleben.

Und diesen Tipp könnt Ihr auf Euren eigenen Pokerabend übertragen: Ob Ihr nun bei Freunden spielt, im Casino oder auf einem Sachpreis-Turnier - nehmt das Spiel nicht zu ernst, sondern habt Spaß!

Beste Gröten,
Nico



P.S. Euch gefällt mein Blog-Eintrag? Ihr habt vielleicht etwas mitgenommen, was Euch für Euer eigenes Pokerspiel nützt? Oder habt meinen Post einfach gerne gelesen? Dann würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr auch hier vorbei schaut. Damit unterstützt Ihr meinen Blog. Vielen Dank!



Samstag, 8. September 2012

Für kleines Geld zum 1.010-Euro-TnT-Pokerturnier im Casino Bremen


Moin tosamm, 

Das Casino Bremen liegt direkt in der Bremer Innenstadt.
vom 21. bis 23. September steigt ein Poker-Turnier im Casino Bremen, das vom Buy-In nicht ganz meine Kragenweite ist: das "TnT". Saftige 1.010 Euro müssen am Eingang entrichtet werden, bevor man sich an einen der Pokertische setzen darf.

Infos findet Ihr auf der Casino-Homepage. Ein Bekannter, der mit im Casino arbeitet, hatte mich gebeten, ein wenig hierfür die Werbetrommel zu rühren. Vertreten kann ich das Ganze daher, weil es über preisgünstige Steps die Option gibt, sich bis zum Final-Ticket hochzuspielen. Am nächsten Mittwoch ist die letzte Chance: 25 Euro kostet der Spaß. Versuchen werde ich es nicht, da ich am Turnierwochenende bereits verplant bin.

Mich juckt es allerdings, einmal eines der 55-Euro-Events zu spielen, die sonntags angeboten werden. Mein letzter Casino-Besuch ist in etwa so lange her wie meine letzte Tanzstunde. Wann es es wieder so weit sein wird - mit dem Casino-Besuch, nicht mit dem Tanzen - weiß ich allerdings nicht. Meinen ersten Besuch in Bremen habe ich übrigens auf meinem alten Blog festgehalten. Schmunzeln ist erlaubt!

Wann ist eine Blind-Struktur al dente?

Unter anderem, weil ich die Blindstruktur nicht richtig einzuschätzen kann. Zu Beginn bekomme ich einen 3.000er Stack, die Level dauern 25 Minuten, nach einer Stunde liegen die Blinds bereits bei 100/200. Gut oder schlecht? Mir geht es ein wenig zu schnell nach oben - die Luft wird, gemessen an diesem Startstack - rasch dünn.

Dazu würde mich Eure Meinung interessieren: Seht Ihr es in diesem Fall ähnlich? Unter diesem Link findet Ihr genauere Informationen zu einem der 55-Euro-Freeze-out-Events in Bremen. Ich freue mich auf Euren Eindruck - und wo und warum Ihr gerne live Poker spielt. Möglicherweise habt Ihr bereits einmal in Bremen gespielt und könnt mir Euren Eindruck schildern? Das würde mich freuen.

Beste Gröten, Nico


P.S. Euch gefällt mein Blog-Eintrag? Ihr habt vielleicht etwas mitgenommen, was Euch für Euer eigenes Pokerspiel nützt? Oder habt meinen Post einfach gerne gelesen? Dann würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr auch hier vorbei schaut. Damit unterstützt Ihr meinen Blog. Vielen Dank!

Montag, 3. September 2012

Fünf Jahre Friesland Poker: Ohne Kommerz, aber mit Herz und Melone

Moin tosamm,

Passend zum feierlichen Anlass gab Charme und
Melone. Für den Fotografen in diesem Fall
auch die stylische Sonnenbrille.
Fotos: Friesland Poker
Live Poker? Ja, bitte! Und gerne so oft wie machbar! Online-Poker? Wenn zeitlich möglich, gerne - aber nur als Snack zwischendurch. Dass mir Menschen aus Fleisch und Blut als Gegner weit lieber sind als solche aus Bits und Bytes, ist mir erst am letzten Sonnabend wieder klar geworden. Friesland Poker rief im Vareler Tivoli zum Jubiläumsturnier - fünf Jahre ist die private Initiative bereits damit beschäftigt, Turniere für Jedermann zu organisieren. Und das zu Buy-Ins, die dank ihrer niedrigen Höhe bereits an der Kasse klar machen: Wir bieten Euch Raum zum Spielen, weil wir mit Euch unsere Poker-Leidenschaft teilen wollen - nicht, um Gewinne einzufahren.

Zur Begrüßung gab es ein Glas Sekt und eine herzliche Ansprache der Organisatoren, in der ersten Pause Gratis-Wackelpudding für alle Beteiligten. Nicht nur das: Mittendrin ertönten immer wieder Ausrufe von Spielern, wenn ein Paar Fünfen, ein Drilling oder gar Vierling Fünfen eine Hand gewann. Denn: Passend zum Jubiläum wurden dann Gratisgetränke oder auch Buy-Ins spendiert.

Mehr als nur Gegner

Das Jubiläumsturnier wollte ich mir ebenfalls nicht entgehen lassen, da ich in Varel seit rund geraumer Zeit mehr als einen bloßen Sachpreis-Pokerturniertermin genießen kann. Viele der Spieler sind für mich zu geschätzten Menschen geworden, mit denen ich auch abseits der Pokertische gerne den Kontakt pflege.

Was meinen Turnierverlauf betrifft, war der von Berg- und Talfahrten gezeichnet: Bekam ich gute Hände, wurden die leider nur selten besonders gut ausgezahlt, als die Blinds bereits höher wurden, kam die Kartendurststrecke. Als schließlich die rote Zone in Sichtweite kam, gelang mir zwar einmalig ein  lebenswichtiger Aufdoppler. Dann habe ich es aber verschlafen, selbst mit Müll auf der Hand den Versuch zu wagen, Chips zu ergattern. Ich mache genau das als meinen Knackpunkt für dieses Event aus: Zu zaghaft gewesen zu sein. Daran muss ich arbeiten.

Das Gefühl aber passte

Ich konnte aber auch wieder ein Stückweit Vertrauen in mein Spiel zurückgewinnen: Beispielsweise, wenn ich wiederholt erkannt habe, zu welchem Zeitpunkt auf welchem Weg sehr gute Chancen auf den Gewinn einer Hand bestanden. Oder mein Gefühl für einen Gegner bestätigt wurde und ich ihn entsprechend unter Druck setzen konnte.

Kurios, welche Spielertypen mir im Verlaufe des Sonnabends parallel über den Weg liefen:
  • Der Tilter: Jemand, der heiß läuft und seine ihm eigenen Pokerfähigkeiten über Bord wirft, obwohl noch genügend Chips vor ihm stehen
  • Der Erklär-Bär: Diese Art von Kontrahent erklärt den Mitspielern ungefragt, was geht und was nicht funktioniert oder was sie gerade falsch gemacht haben. Sie können nicht anders.
  • Der Kopflose: Ohne Not schießt er die Hälfte seines Chipstapels in den Wind - dafür reicht gerne auch eine einzige Müll-Hand.
  • der Respektlose: Passiert jemand am Tisch ein Fehler, geht diese Spezies zum Angriff über. Offen wird am Tisch auf die fehlende Erfahrung des Gegners spekuliert.

Zum Glück nur Ausnahmen

Das Gros machten aber - wie von Friesland Poker gewohnt - freundliche und spielfreudige Pokerfreunde aus, die auch Anfängern unterstützend unter die Arme griffen.

Gut gefüllt: das September-Turnier im Vareler Tivoli.
Danke sage ich an dieser Stelle etwa unserem "Tisch-Dealer" Andreas, der in routinierter Manier die Karten verteilt hat, außerdem den besagten Neulingen im Turnier bei Bedarf mit Erklärungen weiterhalf. Bei Friesland Poker gibt es zwar keine Dealer, weswegen der Eintritt auch weit unter denen der umliegenden Poker-Veranstalter liegt. Wohl aber gibt es ein paar erfahrene Teilnehmer, die von sich aus die Karten in die Hand nehmen, weil sie wissen, dass dadurch die Zahl der gespielten Hände steigt.

Solltet Ihr so jemanden am Tisch finden, dankt ihm und sorgt gemeinsam dafür, dass sein Glas nicht trocken wird. Damit würdigt ihr seine oder auch ihre Dienste. Macht Euch bewusst: Dieser Jemand hebt unter anderem auch Eure Chance, schneller zur möglichen Gewinnerhand zu gelangen.

Lust auf Live

Wann wohl meine nächste Live-Pokererfahrung anliegt? Reizen würde mich auch mal wieder ein Besuch im Casino. Solange aber weiterhin so rasche Blindstrukturen wie die im Casino Bremen existieren, halte ich davon Abstand. Liebe Poker-Organisatoren, auch in Bad Zwischenahn: Feilt an Euren Angeboten! Schafft wenigstens ein Event, das auch kleine Fische wie mich mal wieder zum akzeptablen Preis in Euer Haus lockt! Das würde nicht nur mich sicherlich sehr freuen.

Egal, wie hoch der Preis ist: Behandelt uns bitte wie Könige. Oder wie in Varel: Dort bin ich nicht nur eine Nummer, die Geld zur Kasse bringt. Ihr wart selbst in Friesland am Tisch? Wie war Euer Abend? Ich freue mich, von Euch im Kommentar-Bereich zu lesen.

Beste Gröten,
Nico

P.S. Euch gefällt mein Blog-Eintrag? Ihr habt vielleicht etwas mitgenommen, was Euch für Euer eigenes Pokerspiel nützt? Oder habt meinen Post einfach gerne gelesen? Dann würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr auch hier vorbei schaut. Damit unterstützt Ihr meinen Blog. Vielen Dank!