Montag, 25. Juni 2012

Liebe zum Poker, Glück, ein Damen-Kuss und zwei Pokale

Moin tosamm,

es ist Sonnabend, ich greife zu meiner Jacke, die noch über meinem Stuhl hängt und mache mich für die Heimfahrt bereit. Ein netter Pokerabend bei Patrik Könighaus liegt hinter mir. Zehn Spieler, eine mit reichlich Hingabe zum Pokerspiel eingerichtete Pokerlounge, 10.000 Chips sowie eine gut spielbare Struktur, vor allem Bekannte, die ich über Friesland Poker kenne und mag.

Pflegt Poker als eines seiner Lieblingshobbies:
Patrik Könighaus, der bereits bei der WPT cashen
 konnte. 
Foto: Nico Lindner
Damit ist aber nun Schluss. Wir sind jetzt zu viert, mein König und Jack treffen auf Patriks Kings. Nur noch wenige Blind-Runden und ich hätte kaum noch Chips gehabt. Auf welche Hand sollte ich noch warten? Aus die Maus. Patrik blufft in diesem Fall nicht, im Gegenteil. Ich sehe mich dem zweitstärksten Paar gegenüber, das am Pokertisch existiert.

Auf dem River vervollständige ich meinen Flush und kann damit auch Patrik aus dem Event werfen. Ungläubig starre ich auf den Tisch, während mein Gegner um Fassung ringt. Das war glücklich.
Derart mit Chips ausgerüstet, geht es schließlich wenig später ins Heads Up gegen Mitspieler Marco, den ich ebenfalls über Friesland Poker in Varel kenne. Ein unangenehmer Gegner - er ist für mich schlecht einzuschätzen, weil ich noch nicht oft gegen ihn gespielt habe. Trotzdem versuche ich, ruhig zu bleiben und auf eine Chance zu hoffen.

Road to victory

Glücklich, aber reichlich geschafft:
Kurz nach 23 Uhr kann ich gleich
zwei Pokale in Empfang nehmen.

Foto: Patrik Könighaus
Die kommt, als 9,10s in meine Hände wandern. Ob Marco preflop raiste, weiß ich nicht mehr. Der Flop bringt für mich einen Open Ended Straight Draw. Marco geht all in, ich überlege kurz und calle dann. Embrace the risk! Turn: Eine 4. River: die Dame! Der Turniersieg ist meiner! Mein Kontrahent hatte mit A,8 die 8 getroffen.

Fit am Tisch

Was mich sehr freut: Mein Poker-Mindset war an diesem Abend wieder frisch. Die Gedanken kreisten alleine um Fragen wie "Steige ich mit dieser Hand ein?", "Gehe ich jetzt all-in?", "Callst du den Push dieses Gegners?" oder auch "Wo stehst du jetzt gerade selbst?". 95 Prozent der Hände, die ich gespielt habe, würde ich wieder so spielen. Der Kopf war klar, in Engelsgeduld warf ich gerade zu Beginn Hand um Hand weg und habe keine verrückten Dinge versucht. Der Effekt: ein tightes Image, das mir half, auch bei kommenden Händen, die über den Flop hinausgingen, Chips anzuhäufen. Risikoscheu habe ich in meinen Augen trotzdem nicht gespielt. Das hat möglicherweise den einen oder anderen davon abgehalten, im Small Blind meinen Big Blind anzugreifen.

Warum war ich hier?

Patrik hatte schon oft von seiner Poker-Lounge gesprochen und über Facebook Fotos gepostet. Das wollte ich live sehen. Endlich war dann termintechnisch die Chance da. Enttäuscht wurde ich nicht - Patrik hat seinen Pokerraum mit viel Liebe zum Detail eingerichtet.

Feines Werbeschild für einen feinen Pokerraum.
Foto: Nico Lindner
So existieren am Tisch nahe des Pokerfilz an jedem Spielerplatz Leuchtdioden, die auch bei stärkeren Rauchschwaden die eigenen Karten beleuchten, Beistelltische für Getränke, eine kleine Bar und eine besonders nette Leuchtreklame für den Raum. Für eine der Pausen hatte die Freundin von Patrik für Hot Dogs gesorgt. Das nennt man angenehmen Rundum-Service. Dass für Drinks oder auch Essen ein kleiner Obolus genommen wird, halte ich für selbstverständlich.

Ich bin gespannt, wann ich das nächste Mal hier spielen kann - im Grunde muss ich wiederkommen. Neben einem kleineren, aber ebenfalls sehr feinen Pokal für den Sieg, gab es einen großen Wanderpokal, der vom Sieger dann beim nächsten Mal wieder mitgebracht wird. Das motiviert zusätzlich. Ob für mich die Rauchdichte reduziert wird, wage ich zu bezweifeln :)

Was ist Euch wichtig?

Wie gestaltet Ihr Eure eigenen privaten Runden? Gibt es eine ähnlich nette Ausstattung oder besondere Preise? Wenn ja, warum macht Ihr Euch die Mühen? Ich bin auf Eure Berichte gespannt!

Beste Gröten & Euch ein gutes Mindset,
Nico

P.S. Euch gefällt mein Blog-Eintrag? Ihr habt vielleicht etwas mitgenommen, was Euch für Euer eigenes Pokerspiel nützt? Oder habt meinen Post einfach gerne gelesen? Dann würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr auch hier vorbei schaut. Damit unterstützt Ihr meinen Blog. Vielen Dank!

Dienstag, 12. Juni 2012

Poker auf PKR.com: Das Duell gegen Pro Sascha "locodice" Walter

Moin, tosamm!

Links oben: "locodice" - entsprechend mit Warnhinweisen
meinerseits markiert. Rechts neben ihr sitze ich. 
Sonntagabend, Poker-Turnier auf PKR.com, das Main Event: Wer sitzt da links von mir? Kenne ich den Namen nicht irgendwoher? Ich runzle meine Stirn und überlege... "locodice" – ist das nicht der Nick eines der PKR.com-Pros? Blick ins Internet, Gewissheit: Ja, der Deutsche Sascha Walter steckt hinter diesem Nickname. Und beschert mir ein besonderes Turnier-Erlebnis.

Perfect Chip Donator

Als ich nämlich irgendwann Chips brauche, setze ich nach einem seiner Raises alles auf zwei Karten: Ass und König. Er callt als Chipleader - und hält Ass, Dame. Gleich auf dem Board kommt ein zweiter König, es ist an der Zeit für mich, aufzuatmen. Oder? Ja - kein kurioser Kartenverlauf auf Turn und River, geschafft! Ich hatte andere brenzlige Situationen in diesem Event, die es zu überwinden galt, diese war aber mit Sicherheit die spannendste.

Alleine, seinen Spielstil zu beobachten, hat mich sehr gefesselt. Wie hoch setzt er seine Raises an, wann macht er sie, zeigt er seine Karten, und wenn ja, was hat er dann auf der Hand? In der oben geschilderten Situation, als ich knapp 20 Big Blinds in die Mitte geschoben habe, war sein Status als professioneller Spieler für mich der Anlass, es nicht nicht mit Katz und Maus auf dem Flop auszuprobieren. Wenn ich als unerfahrenerer Teilnehmer bei einem Event gegen jemand kämpfe, der erwiesenermaßen auf den kommenden Straßen mehr Wissen im Holster stecken hat, setze ich ihn lieber von Beginn mit allem, was ich habe, unter Druck. Ich behaupte, dass es mich zusätzlich motiviert hat, mein bestes Spiel zu zeigen, nachdem ich wusste, wer da noch an meinem Tisch sitzt. Mitnichten habe ich meinen Kopf eingezogen.

Ein Ass reicht ihm

Zwei ähnlich große Stacks in einer gemeinsamen Hand: "locodice"
und die Spielerin Jane. Beide geben Gas, am Ende
zeigt Sascha Walter ein kleines Ass. Zuvor hat er Jane dazu
gebracht zu folden. Spannend!
Gesunder Respekt ihm gegenüber war trotzdem immer mit von der Partie. Zu was Sascha in der Lage ist, habe ich bei einer speziellen Hand gemerkt. Nach einem wahren Raise-Duell auf Flop, Turn und auch River foldete sein Gegner schließlich, nur um dann mit anzusehen, wie "locodice" lediglich ein kleines Ass umdrehte. Er hatte das Board komplett verfehlt, seinen Kontrahenten aber mit überlegten Moves ordentlich unter Druck gesetzt.

Auch im Chat Werbeträger für das Pokerspiel auf PKR.com

Was ich ihm hoch anrechne: Dass er im Chat auch auf Begrüßungen oder Kommentare freundlich reagiert. Und: Meine Einladung annahm, auf der Facebook-Fansite von "Nicsmix - Pokerblog" vorbeischauen. Über diese Plattform hatte ich Sascha nämlich einen Gruß auf seiner Facebook-Fansite hinterlassen. Mein erster Eindruck: Da hat jemand auch den Gemeinschaftsinn von Poker vor Augen, außerdem die Spieler-Community. Etwas, das nicht selbstverständlich ist. Viele hauptberufliche Pokerspieler, die ich eine Zeitlang auch unter meinen Facebook-Kontakten hatte, sind reine Sende-Stationen. Feedback ihrerseits zu Kommentaren von "kleinen Fischen" kommt nicht zustande.

Gut strukturiertes Turnier

Sascha, ich bin auf das nächste Event gespannt, bei dem ich gegen dich antreten kann. Ob es das Main Event ist, weiß ich noch nicht. Die 30-Minuten-Blindstruktur war super, der Buy-In mit rund 35 Dollar aber doch gewöhnungsbedürftig. Sollte ich aber einmal wieder dreistellig cashen, darfst du dich auf eine neue Auflage freuen. :) Bei diesem Turnier klappte es leider nicht. 587 Spieler hatten sich registriert, ich landete auf Platz 100 - bei Nr. 80 wäre die Bubble geplatzt. Nach Min-Raise eines meiner Gegner in früher Position habe ich short in Middle Position Zehnen gefunden. Auf was sollte ich zu diesem Zeitpunkt warten? Rein damit, alle folden, bis auf den anfänglichen Raiser. Der callt, zwei Damen lächeln mir ins Gesicht. Und geleiten mich dann auch in Schlafgemach, Pardon, an die Rails. Die Lust auf mehr Turnierpoker ist aber weiterhin da.

Beste Gröten, Nico


P.S. Euch gefällt mein Blog-Eintrag? Ihr habt vielleicht etwas mitgenommen, was Euch für Euer eigenes Pokerspiel nützt? Oder habt meinen Post einfach gerne gelesen? Dann würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr auch hier vorbei schaut. Damit unterstützt Ihr meinen Blog. Vielen Dank!


P.S. Ob sich Sascha noch an Detail zu diesem Turnier erinnert, vielleicht sogar Hände gegen mich? Ich frage ihn einfach - mit Glück findet sich sein Kommentar in diesem Blog-Beitrag. Und möglicherweise sind ihm sogar Dinge aufgefallen, die ich noch an meinem Spiel verbessern kann. Ich bin gespannt!