Donnerstag, 27. Dezember 2012

Der ultimative Poker-Champagner - wenn Ihr denn High Roller seid

Moin tosamm,

"Cattier Armand de Brignac Brut Gold" scheint designtechnisch für Pokerspieler gemacht worden zu sein. Zumindestens für die, die gerne um mehrstellige Summen spielen. Nein, Cent zählen nicht.
"Cattier Armand de Brignac Brut Gold" scheint designtechnisch für
Pokerspieler gemacht worden zu sein. Zumindestens für die, die
gerne um mehrstellige Summen spielen. Nein, Cent zählen nicht.
 
Ihr seid schon seit geraumer Zeit auf der Suche nach dem perfekten Getränk für Eure nächste High-Roller-Pokerfete? Euer weibliches Gefolge lechzt nach perlendem Champagner? Oder Ihr wollt einfach mit einem großen Knall-Effekt durch die Silvesternacht rauschen?

Nur Gold ist gut genug

Und gut ist's ebenfalls, dass Ihr meinen Blog lest. Denn ich habe den ultimativen Trink-Tipp für ein Wässerchen parat, das nicht nur gut aussieht, sondern auch verdammt viel kostet: Eine Flasche "Champagne Cattier Armand de Brignac Brut Gold". Literpreis: Knapp 400 Euro pro Liter, glaubt man denn Amazon. Deren User - oder zumindest ein beachtenswert nerviger Teil - mag das Getränk allerdings nicht, glaubt man den Kommentaren zum Produkt (Achtung, das war wieder einer meiner verrückten Affiliate-Links, über die ich die Butter auf meinem Brot finanziere!): Scrollt dafür nach unten und schmökert durch die Beiträge der "Käufer".

Das Design passt

Spaß beiseite: Rein vom Design würde ich diesen Champagner sofort für meine nächste Poker-Fete ordern: Das Emblem ist ein Pik, mit Fantasie könnte das "A" auch für die Ass-Karte stehen.

Auf Amazon.de finden sich in den User-Kommentaren zum Champagner keine ernstzunehmenden.
Kurios, wieviele Kommentare
derart ausfallen.
Buche ich das Genussgetränk für meine nächste High-Roller-Party? Oder für mein weibliches Gefolge? Oder den Knall-Effekt rund um die Jahreswende? Nein: Weil ich Low Roller bin, mir eine Frau genügt und Piffpaff zu Silvester pour moi auch in diesem Jahr nicht in Frage kommt. Ich bin mir halt Knall-Effekt genug. Vor allem würden 400 Euro ein dezent großes, trotzdem aber beachtenswertes Loch in meine Getränke-Bankroll reißen.

Das darf

Daher müssen weiterhin Jever Fun, das stille Wässerchen oder ein Tee am Pokertisch reichen. Und was genügt Euch? Was darf, was muss als Getränk an Eure Seite, wenn es an die nächste Partie Poker geht? Her mit Euren Cocktail-Empfehlungen und Bad-Beat-Durstlöschern!

Beste Gröten,
Nico


P.S. Euch gefällt mein Blog-Eintrag? Und kauft gar bei Amazon ein? Dann würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr auch hier vorbei schaut. Damit unterstützt Ihr meinen Blog. Vielen Dank!

Dienstag, 18. Dezember 2012

Friesland Poker: Stadtmeister-Kür in Varel folgt Blick Richtung 2013

Moin, tosamm!

Poker deluxe: Am 8. Dezember fand das Finale der Stadtmeisterschaft in Varel statt. Foto: Friesland Poker
Rainer Schacht (Mitte) gewann den Final Table, Paul Rusniok (links) 
Platz 2, Sascha Probian den dritten Platz. Foto: Friesland Poker
Am 8. Dezember haben die Karten in der Vareler Gaststätte "Tivoli" zum letzten Mal gesprochen. Zumindest für die Saison 2012 von Friesland Poker! Über das Jahr hatten sich die besten neun Spieler ihren Platz für das Jahresfinale nahe des Jadebusen erspielt. Rainer Schacht konnte sich schließlich den Titel des Vareler Stadtmeisters erkämpfen, Platz 2 und 3 gingen an Paul Rusniok und Sascha Probian.

Es geht weiter - und wie!

Markus Helmke von Friesland Poker hat mir auf Rückfrage schon ein paar Details genannt, die die Vorfreude auf die Saison für das Jahr 2013 größer werden lassen: "Das erste Event wird am 26. und 27. Januar starten und ist eine Vareler Poker-Kneipen-Rallye."

Weil die Kneipenlandschaft in Varel immer kleiner wird, soll die Rallye wieder für neues Leben sorgen: "Es wird drei verschiedene Bars geben, in denen jeweils ein Tisch mit festen Blinds steht." Die Teilnehmer erhalten zu Beginn eine bestimmte Anzahl von Chips und müssen sich an jedem Treffpunkt eine Stunde lang bewähren. Nach Ablauf dieser Zeit wird dann der Stack notiert und der Weg führt in die nächste Bar.

Turnier bildet den Abschluss

Nachdem der Spieler alle drei Kneipen absolviert hat, wird der finale Chipstand festgehalten. Am Folgesonntag treffen sich die Spieler schließlich am frühen Nachmittag im "Tivoli", um dort mit den am Tag zuvor erspielten Chips ein Freeze Out Turnier zu spielen. "FriPo"-Mitorganisator Markus Helmke ist optimistisch: "Diese Rallye soll vor allem auch die Kommunikation der Spieler untereinander fördern, da man hier immer mit neuen Gesichtern in den verschiedenen Kneipen gemütlich zusammen sitzt."

Herz für Frauen

Das nächste Pokerturnier ist dann am Gründonnerstag. Wie bei der Auflage im Vorjahr ist der Eintritt vergünstigt, alle weiblichen Teilnehmer spielen kostenlos. Markus hütet aber noch ein Geheimnis: "Über das Sommer-Event, das wir planen, möchte ich jedoch noch nichts verraten. Nur soviel: Es wird ein Turnier geben, das so noch nie da gewesen ist."

"Wir haben etwas richtig gemacht"

Friesland Poker: Das waren die Teilnehmer für den Final Table in Varel.
Die Teilnehmer des Final Table 2012.
Ansonsten will das Team von FriPo beim Altbewährten bleiben: "Wir hatten 2012 jedenfalls jede Menge Spaß gehabt und die zunehmenden Teilnehmerzahlen zeigen auch, das wir etwas richtig gemacht haben", stellt Markus zufrieden fest. Alleine an der Blindstruktur und der Startzeit soll etwas gedreht werden - die Pokerturniere starten künftig um 19.30 Uhr und damit eine halbe Stunde früher als sonst.

Ich wünsche dem Team von Friesland Poker an dieser Stelle auch für die nächste Saison viel Erfolg und freue mich schon auf das 1. Turnier am Sonnabend, 5. Januar. Unter anderem, weil in Varel mehr als der Pokersport gepflegt wird. Neben dem gemeinsamen Spaß am Spiel wird auch Menschen geholfen, denen es nicht so gut geht - der Heinz Rädecker-Stiftung wurden in diesem Jahr 555 Euro überreicht. Diese Initiative widmet sich krebskranken Kindern. Das Geld kam durch die Royal-Flush-Wette zustande, für die man pro Turnier freiwillig einen Euro spenden kann.

Und, wann finde ich Euch am Pokerfilz in Varel wieder?

Beste Gröten, Nico




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Montag, 10. Dezember 2012

Zum Geburtstag oder für das Weihnachtsfest:
5 Pokerbuch-Empfehlungen, die Euer Spiel voranbringen

Moin tosamm,

Gute Pokerbücher bringen Euer Spiel voran. In diesem Blog nenne ich meine derzeitige Top 5. Foto: Foto Ventura, Oldenburg
Gute Pokerbücher bringen Euer Spiel voran.
In diesem Blog nenne ich meine derzeitige
Top 5.
Foto: Foto Ventura, Oldenburg
Weihnachten rückt näher, Ihr habt da jemanden im Bekannten- oder auch Freundeskreis, der sich für Poker interessiert und den Ihr beschenken wollt. Nur: Was kommt gut an? Pokerbücher sind eine sichere Bank. Sie helfen im Idealfall, das eigene Spiel zu verbessern und sind nachhaltiger als das achte Pokerchip-Set, das dann irgendwann auf dem Dachboden landet. Aber: Welches Pokerbuch hat Lesewert?

Mit diesem Post liefere ich Euch die derzeitigen "Top 5" meiner Pokerbuch-Bibliothek. Rein subjektiv, versehen mit einem bösen Link, über den Ihr das Buch dann gleich bei Amazon.de bestellen könnt. Denn: Es handelt sich um Affiliate-Links, dank deren Hilfe ich dann in 100 Jahren das Main Event der WSOP spielen kann.

Scherz beiseite: Warum ich mich freue, wenn Ihr diese Links nutzt, lest Ihr auf einer Extra-Seite meines Blogs. Vielen Dank sage ich allen, die damit in der Vergangenheit bereits meine Blog-Arbeit wertgeschätzt haben.

Meine Top 5 

1. Für Wissbegierige: Dan Harrington und seine "Harrington on Hold'em"-Reihe. Startlektüre: "Harrington on Hold'em: Expertenstrategie für No-Limit-Turniere. Band 1: Strategisches Spiel". Wer das mit zahlreichen Handbeispielen gesegnete Werk gelesen und damit sein Spiel bereichert hat, kommt auch an Band 2 "Das Endspiel" nicht vorbei. Als Ergänzung funktioniert dann perfekt Band Nr. 3, der den Titel "Das Arbeitsbuch"trägt.

2. Für Krimi-Liebhaber: "Hand für Hand"  von Gus Hansen. 2007 hat der Ausnahmespieler die Aussie Millions gewonnen und glücklicherweise akribisch aufgezeichnet, wie er das geschafft hat. Auch wenn nach der Lektüre kein zweiter Hansen aus mir wurde (was vielleicht gar nicht mal so schlecht war): Es hat mir Spaß gemacht, in den Kopf dieses Poker-Profis hineinzuschauen. Das Buch ist spannend wie ein Kriminalroman.

3. Für Tilt-Anfällige oder Spieler, die den Wutanfall des Tischnachbarn verstehen wollen: Jared Tendler und "The Mental Game of Poker". Erst erschreckend, dann aber auch gut: Ich habe viele der Leaks, die in diesem Buch erwähnt werden, bei mir entdeckt. Teile von ihnen konnte ich mit den Werkzeugen, die Psychologe Jared an die Hand gibt, minimieren. Mein Spiel ist auf diese Weise angstfreier und gleichzeitig weniger frustrierend geworden.

4. Für Aufmerksame: "Read 'Em and Reap: A Career FBI Agent's Guide to Decoding Poker Tells" - Joe Navarro öffnet Euch die Augen für die Körpersprache Eurer Gegner. Und Eure eigenen Signale: Welcher Tell hat Euch in der Vergangenheit möglicherweise Geld gekostet? Pate für das Buch war WSOP-Bracelet-Gigant Phil Hellmuth, gleichzeitig mein Poker-Idol.

5. Für Einsteiger: "Texas Hold'em - Poker mit System 1: Band I - Anfänger und Fortgeschrittene" von Eike Adler, der witzigerweise mein Kindergartenkumpel war. Ich habe mich schon damals gewundert, warum Eike seine Legosteine in übersichtlichen Stapel anordnete und beim Nachtisch-Verspeisen laut "All in!" rief. :) Eike bietet mit diesem Buch ein solides Basis-Buch, das das Spiel erklärt und unter anderem das wichtige Thema der Wahrscheinlichkeitsberechnung greifbar macht. Empfehlenswert!

Das nächste Buch ist bereits da

Mein jüngster Kauf ist Reading Poker Tells von Zachary Elwood. Zu diesem Buch kann ich Euch allerdings noch nichts sagen. Dafür habe ich bislang zu wenige Seiten schmökern können. Einer Empfehlung bin ich nicht gefolgt. Da mich das Thema Körpersprache - nicht nur im Bereich Poker - sehr interessiert, habe ich hier blind zugeschlagen. Bei Gelegenheit liefere ich Euch auch für diesen Buch sehr gerne einen Einblick.

Ich wünsche Euch viel Freude beim Verschenken von Pokerwissen!

Beste Gröten, Nico




P.S. Ihr habt selbst ein Pokerbuch gelesen, das Ihr empfehlen könnt? Ich freue mich auf Euren Kommentar - nach Möglichkeit mit einem kurzen Hinweis versehen, was Euch an diesem Buch besonders gut gefiel.

P.P.S. Kennt Ihr schon die Facebook-Fanseite für meinen Blog? Unter https://www.facebook.com/NicsmixPokerblog werdet Ihr fündig :)

Donnerstag, 29. November 2012

Mein Pokerlied Nr. 1: "Gambling Man" von den "Overtones"

Moin tosamm,

Hinter "Gambling Man" steht die Band "Overtones" aus England. Screenshot: Nico Lindner
Ihr Stil gefällt mir gut: Die "Overtones" stehen hinter meinem
Lieblings-Pokersong "Gambling Man".
Screenshot: Nico Lindner
nehme das Pokerspiel nicht zu ernst, wundere, aber ärgere dich nicht über Bad Beats, unterhalte dich mit deinen Mitspielern, habe mit ihnen einen schönen Abend  - das ist mir am grünen Filz wichtig. Stunde um Stunde Wahrscheinlichkeiten zu errechnen, um dann mit erstarrten Gesichtsmuskeln irgendwann tot vom Stuhl zu fallen - Danke, kein Bedarf! Pokeranfängern zeigen, welche Fehler sie machen, um sie dann vor allen bloßzustellen? Ich nehme lieber ihre Chips.

Im Gehörgang

Zu meiner Vorliebe, mein Lieblingskartenspiel ansprechend zu zelebrieren, passt ein ganz bestimmtes Lied, das ich Euch heute vorstellen will und mir nicht aus den Ohren geht: "Gambling Man" von den "Overtones". Warum? Der Stil, der in diesem Video gepflegt wird, gefällt mir sehr gut. Schließlich wird in diesem Video auch noch eine charmante Geschichte erzählt, in der auch ein Schurkengesicht nicht fehlen darf. Und eine hübsche Frau tritt auf. Das komplette Erscheinungsbild hat mir Lust gemacht, einmal einen Poker-Abend im Stile der 20er Jahre zu machen.

Ihr seid neugierig geworden? Auf YouTube findet Ihr das offizielle "Gambling man"-Video, auf der Internetseite der Jungs weitere Informationen. Was mir dort ein wenig fehlt, sind persönlichere Informationen zu dieser Combo. Gut, dass es Wikipedia gibt: Auf der Seite zu den "Overtones" sind unter anderem Details zur Entdeckung der Musikergruppe festgehalten.

Und selbst?

Gibt es für Euch ebenfalls einen bestimmten Song, den Ihr unmittelbar mit Poker in Verbindung bringt? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

Beste Gröten,
Nico



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Dienstag, 13. November 2012

GPD Charity Event in Bremen: Von EPT-Bahadir bis VIP-Skalp


Moin tosamm,

Rechts ist Natalie Hof zu sehen. Regelmäßig gab es die Chance,
gegen Prominente wie sie anzutreten. Foto: Nico Lindner
Freitagabend, 2. November, Pokerkolumnist und Betsson-Spieler Udo Gartenbach klopft mir auf die Schulter. Er deutet auf meinen Chipstack. Und zieht die Augenbrauen hoch: "Du bist ja ein Streber." Ich kann eigentlich nach Hause fahren - mehr geht nicht, oder? Sir Gartenbach, Meister der Rotwein-Schnellerkennung und Mau-Mau-Experte, gibt mir die Schlauberger-Würde. Ich habe alles erreicht.

Ort des Spektakels: Das GPD-Charity-Event in Bremen. Zugunsten des "Elternvereins leukämie- und tumorkranker Kinder in Bremen" haben rund 300 Spieler 15 Euro Eintritt bezahlt. Schlanker Körperbau und geringer Sauerstoffbedarf - wer diese beiden Eigenschaften mitbrachte, hatte bereits gewonnen. Es war eng, die Tische wurden zum Teil mit elf Spielern gestartet. Entsprechend dünn war auch die Luft.

Lieber live

Eines von zahlreichen Poker-Kartendecks, die beim GPD Charity Event zum EInsatz kamen. Foto: Nico Lindner
Shuffle up and deal! Irgendwo im Mittelfeld
war dann für mich Schluss. Foto: N. Lindner 
Pokern für den guten Zweck - an sich schon nett. Was das Ganze für mich noch schöner machte und den Hauptgrund gebildet hat, nach Bremen in den Schuppen 2 zu fahren: Ich konnte die Chance nutzen, Pokerkontakte wie Udo, den ich alleine über Facebook kenne, in Fleisch und Blut kennenzulernen. Regular Pascal Goffart zählt ebenfalls dazu, auch die Spielerin Natalie Hof. Nur bei der Letztgenannten reichte es leider nur zu einem freundlichen Lächeln - Smalltalk ergab sich nicht. Vielleicht klappt es beim nächsten Mal?

Besonders schön war neben dem Treffen von Udo und Pascal das Kennenlernen von Bahadir Kilickeser. Den Bremer traf ich nach der Zulosung an einen der beiden VIP-Tische. Bahadir war massiv mit Chips ausgestattet. Zur Notiz: Bahadir hat in diesem Jahr bei der European Poker Tour in Berlin beim Hauptturnier den 5. Platz gemacht und damit rund 170.000 Euro nach Hause nehmen können. Wow!

Er hätte der superaggressive Alles-Reraiser sein können. Stumm und mit verspiegelter Sonnenbrille ausgestattet. Das genaue Gegenteil war der Fall: Bahadir ist ein netter und zuvorkommender Spieler, mit dem du dich am Pokerfilz über Gott und die Welt unterhalten kannst. Er hat wie ich Familie. Eines unserer Themen: Wie sehr die eigene Spielstärke leidet, wenn du an einem Pokerturnier teilnimmst und das nicht den Bedürfnissen deiner Familie zusammenpasst.

Meine Damen treffen auf Asse

German Poker Days Charity Event in Bremen - Anfang November hieß es "Shuffle up and deal". Foto: Nico Lindner
Massiv: Nach meiner Schätzung waren rund 300 Spieler beim Main
Event im Schuppen 2 in Bremen am Start. Das machte sich beim
Platz und bei der Luft sehr gut bemerkbar.
Foto: Nico Lindner
Was nehme ich für mein Spiel mit? Bestimmte Hände noch besser auf die Spielsituation angepasst zu spielen. Beispiel: Ich halte AQ in Late Position, eine Frau vor mir, bislang wenig in Erscheinung getreten, minraised. Ich reraise, sie geht nach ein wenig Bedenkzeit all-in und covert mich. Ich habe gefoldet. Im Nachhinein würde ich diese Hand anders spielen und ihren Raise lediglich callen. Ihre Hand habe ich nicht so stark eingeschätzt. Gerne hätte ich aber - quasi als Sicherheitsnetz - erst gesehen, was ich auf dem Flop treffe und dann ihr Verhalten weiter beobachtet.

Und: Ich will mehr als noch zuvor bei größeren Live-Turnieren antreten, um dort meine Fertigkeiten weiter zu verbessern. Außerdem habe ich erkannt, dass die Anwesenheit von guten Poker-Spielern mich nicht einschüchtert, sondern eher noch anspornt. Das wurde mir an jenem Freitagabend an meinem besagten VIP-Tisch klar, an den ich gelost wurde. Hier konnte ich mit Ass, König sogar einen der VIPs vom Tisch nehmen, kurz darauf mit einem Achter-Pärchen einen zweiten Spieler, der mit Ass, 5 und nur wenigen Chips ins Spiel gegangen war. Das macht Appetit auf mehr.

Meine finale Hand waren Damen, die dann leider auf die Asse meines Gegners trafen. Wieviel nun in Bremen beim vielleicht überfüllten, aber trotzdem reibungslos gut organisierten GPD Charity Event als Spendenbeitrag zusammenkam, weiß ich noch nicht. Sobald das der Fall ist, ergänze ich diesen Post aber gerne.

Beste Gröten, Nico




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Freitag, 19. Oktober 2012

2. November: Das GPD Charity Poker Event in Bremen ist meine nächste Station


Poker-Regular Pascal Goffart. Er wird 
ebenfalls in Bremen spielen.
Foto: Pascal Goffart
Live Poker zelebrieren und das für einen guten Zweck: Am Freitag, 2. November, werde ich nicht nur diese Konstellation kombinieren können, sondern auch noch das wahrscheinlich größte Turnier meiner bisherigen Pokerlaufbahn spielen. Ziel der Reise: das Charity Poker Event in Bremen, organisiert von German Poker Days in Kooperation mit der Organisation "Re-Raise vor Children". Die GPD dürften vor allem Spielern aus dem Nordwesten von Niedersachsen ein Begriff sein: In und rund um Oldenburg organisieren Heiko Wulf und sein Team regelmäßig größere Poker-Sachpreisturniere.

Von Wein-Liebhaber bis Regular

Das Event im "Schuppen 2" in der Hoerneckestraße 23 in Bremen wird aber auch für die Routiniers aus der Huntestadt etwas Besonderes sein. Unter anderem, weil ein paar bekannte Gesichter der deutschsprachigen Pokerszene vor Ort einen 30.000er Stack vor sich stehen haben werden, um mitzuspielen. Neben der charmanten Natalie Hof (Pokerspielerin und Moderatorin) hat man die Chance, gegen den scharfzüngigen Poker-Kolumnisten und Betsson-Vertreter Udo Gartenbach anzutreten. Ebenfalls vor Ort: Torsten Brinkmann, Bodo Zeidler (Gründer von Re-Raise for Children) sowie Jerome Evans. Vor allem freue ich mich aber auf den Regular Pascal Goffart, mit dem ich mittlerweile einen sehr netten Kontakt pflege. Er war einer der erfahreneren Pokerspieler, die ich auf meinem Low-Roller-Pokerblog zum Interview bitten konnte. Ihn oder auch Udo und Natalie offline kennenzulernen, ist mein Hauptantrieb, nach Bremen zu fahren.

Charity geht vor

So sieht das Werbebanner für das Charity-Event der GPD
aus. Bis zu 300 Spieler sollen an diesem Abend
zusammen für den guten Zweck spielen können.

Grafik: GPD
Organisator Heiko Wulf hat mir per Mail mitgeteilt, dass man auf zwei Arten gegen die "Pros" spielen kann: Entweder man qualifiziert sich oder wird an einen der zwei VIP-Tische gelost. Ich bin gespannt, wie beide Wege genau aussehen werden.
Was motiviert Udo Gartenbach, in Bremen mit am Tisch zu sitzen? "Ich nehme teil, weil ich karitative Sachen schon immer unterstützt habe. Ich bin weit seriöser, als man vermutet." Die Antwort von Pascal kam via Facebook ähnlich schnell. Seine Begründung geht in die selbe Richtung: "Weil ich Kindern, die weniger Glück im Leben haben, etwas von meinem Glück abgeben möchte!" Auch Natalie Hof geht es ähnlich: "Es ist für einen guten Zweck!"

Wien-Reise Hauptpreis der Verlosung

Was gibt es an diesem Abend zu gewinnen? Preise von mehreren Sponsoren, außerdem Tickets zum GPD-Event "Poker Championship" in Bünde sowie Gutscheine, Pokale und Urkunden. Noch charmantere Preise wirft allerdings die Verlosung an diesem Abend ab, für die man dann Lose kaufen kann. Hauptpreis: eine Reise nach Wien inklusive 220-Euro-Turnier im Wert von rund 500 Euro.

Spende soll an Elternverein gehen

Vor allem hoffe ich aber, dass der "Elternverein Leukämie- und Tumorkranker Kinder Bremen" profitiert. Für ihn soll nämlich der Erlös der Veranstaltung sein. Informationen zum Verein gibt es auf www.kinderkrebs-bremen.de. Dort findet Ihr auch Ansprechpartner zur Frage, wie Ihr Euch direkt an den Verein wenden könnt, wenn Ihr helfen wollt. Ich hoffe, dass am besagten Freitag auch offizielle Vertreter der Elternorganisation sowie viele Zuschauer da sein werden - ich fände es gut, wenn noch mehr Augen sehen, welchem Zweck ein Poker-Event ebenfalls dienen kann.

Hier noch einmal die Kerndaten zum Charity-Pokerturnier in Bremen:

  • Wann? Freitag, 02.11.2012, 20 Uhr Start für das Main Event, Einlass ab 19 Uhr
  • Teilnehmeranzahl: 300 (bei der Erstauflage in Oldenburg im Jahr 2011 waren es rund 270 Spieler)
  • Teilnahmebeitrag: 15 Euro, zusätzliche Spenden sind auch vor Ort möglich
  • Stack: 30.000 
  • Blinds: 20 Minuten
  • Struktur: 50-100, 75-150, 100-200-25, 200-400-50, ...

Weitere Informationen, etwa zum Side-Event, findet Ihr auf der Internetseite www.germanpokerdays.com sowie auf www.reraise-for-children.com.

Ich wünsche der Veranstaltung viel Erfolg!

Beste Gröten, Nico



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Dienstag, 25. September 2012

Live Poker: 7 Etikette-Tipps, die vor der Blamage bewahren

Moin tosamm,

Ein Vierling Asse ist Eure Wunschhand? Und
das wollt Ihr der Pokerwelt mitteilen? Haltet
Euch mit ähnlichen Wortbeiträgen zurück.

Foto: Foto Ventura, Oldenburg
ein seltsamer Abend liegt vor Euch: In wenigen Minuten sollt Ihr im Casino gegen Menschen aus Fleisch und Blut Poker spielen. Was nun? Wie verhaltet Ihr Euch vor Eurer großen Premiere am Live-Pokerfilz, ohne Euch zu blamieren?

Das "Riviera Hotel und Casino" in Las Vegas hat vor Kurzem sieben Etikette-Tipps veröffentlicht, die ich Euch heute gerne weitergeben will. Das Original findet Ihr im Blog-Bereich des Riviera, den ich im Übrigen vorbildlich finde. Folgend poste ich jeweils den englischen Originalbeitrag und liefere Euch dann eine sinnentsprechende Übersetzung.

1. Silence is golden.
Chatting about your hand, or what you wished you’d played, or how others are playing, etc., is not only distracting, but it can actually hurt your chances of winning.

Schweigen ist Gold. Spart Euch Kommentare zu Eurer Hand, die Spielart der Gegner oder auch dazu, was Ihr Euch gerne gewünscht hättet. Das ist nicht nur störend, es kann im blödesten Falle Eure Gewinnchancen schmälern.

2. No vest?  Keep those cards close, anyway.
Not only do you not want others around you to see what you have for your own good, you also don’t want to unwittingly influence how the game plays out.  If you toss your cards into the muck side-up, other players might not be able to bluff about their hands.  This creates discord.

Schützt Eure Karten vor den Blicken der anderen Spielern. Selbst, wenn Ihr die Hand nicht spielen wollt. Denn mit Pech verwertet einer der Gegner die Information, die Ihr offenbart, zu seinem Vorteil. Macht nicht den Fehler, die Karten offen in den Muck zu werfen. Damit kann Kontrahenten die Chance verbaut werden, zu bluffen. Und das sorgt mit Garantie für Unruhe.

3. Be nice.  Even when you’re mad.  Especially to the dealer.
If a play doesn’t go your way, or if you’re running a losing streak, cursing or being rude to those around you isn’t going to enhance your profile or turn things around.

Seid nett. Selbst, wenn Ihr ein Spieler seid, der zur wilden Sorte gehört. Besonders zum Dealer solltet Ihr freundlich sein. Wenn Eurer Spiel nicht so verläuft, wie Ihr Euch das vorstellt oder Ihr gerade einen üblen Downswing erleidet, hilft es Euch auf keinen Fall, zu anderen unfreundlich zu sein. Ein solches Verhalten verbessert weder Eure Gewinnchancen noch Euer Image.

4. Don’t splash the pot. It gets messy.
You know how, in movies, poker players always toss their bets into a big mess in the pot?  Don’t do that.  People need to know how much you’ve bet.  Keep your chips stacked neatly in front of you.

Hier nimmt das "Riviera Hotel und Casino" jene Hollywood-Schauspieler aufs Korn, die in ihren Filmen beim Setzen einer Bet zu den Chips greifen, um diese dann im hohen Bogen auf dem Pokertisch zu verteilen. Macht das nicht. Jeder muss nachvollziehen können, was vor Eurer Bet a) in der Mitte lag und b) was Ihr für einen Einsatz gebracht habt. Sorgfalt sollte auch für Euren Stack gelten: Arrangiert ihn sortiert und und leicht zählbar vor Euch.
5. Raise it right.
If you’re going to raise on someone’s bet, say so immediately, and then quickly and clearly state the amount of money you’re raising.  If you’re going to call someone’s bet, that’s a totally separate thing.  Say, “Call.”  Keep it simple.  Once you say, “Call,” you can’t then say, “Raise.”  In other words, the movies get it wrong again when the character says, “I’ll call your 100…and raise you 300.”  Do one or the other, keep it simple, and do it immediately.

Erhöht korrekt.
Wenn Ihr die Bet eines anderen Spielers noch einmal erhöht, verhaltet Euch eindeutig: Kündigt den Raise an und nennt dann gleich den Betrag, auf den Ihr erhöht. Anders sieht das beim bloßen Call aus. Belasst es beim einfachen Wort "Call". Danach ist es nicht mehr möglich, ein "Raise" folgen zu lassen. Diesen Fehler sieht man oft in Filmen, in denen einer der Darsteller ein "Ich calle" verkündet, um Sekunden später den Satz "... und erhöhe deine Bet noch einmal um 300." Das funktioniert nicht. Entscheidet Euch für das Eine oder das Andere - und macht es eindeutig und ohne Umschweife.

6. Don’t take that call.
If you can’t leave the cell phone in your room, do turn it off or to silent.

Hände weg vom Handy. Wenn Ihr Euer Telefon schon nicht zu Hause oder auf dem Hotelzimmer lassen konntet, schaltet es aus oder zumindestens stumm. Danke, liebes Riviera-Casino, für diesen Hinweis - er kann nicht oft genug angebracht werden.
7. Have fun.
Poker players can mean business when they play. But it’s also just a fun game to get into! The Riviera Poker Room is expansive enough to have room for all kinds of players, with multiple games, daily tournaments, the largest bad beat progressive on the strip, food comps, high hand bonuses and more. Come to have a good time, and if you have any questions, the Riviera staff will be happy to help you out.


Habt Spaß am Spiel
Wenn Pokerspieler erst einmal am Tisch sitzen, ist es für manche von ihnen ihr Mittel und Weg, um Geld zu verdienen. Es ist aber vor allem ein Spiel, das Spaß macht. Der Riviera Poker Room legt laut Blog-Beitrag Wert darauf, dass in deren Räumlichkeiten mehrere Spielernaturen oder auch Spielarten von Poker nebeneinander existieren können, außerdem Boni für Bad Beats und gutes Essen angeboten werden. Wer hier verweilt, soll einen schönen Abend verleben.

Und diesen Tipp könnt Ihr auf Euren eigenen Pokerabend übertragen: Ob Ihr nun bei Freunden spielt, im Casino oder auf einem Sachpreis-Turnier - nehmt das Spiel nicht zu ernst, sondern habt Spaß!

Beste Gröten,
Nico



P.S. Euch gefällt mein Blog-Eintrag? Ihr habt vielleicht etwas mitgenommen, was Euch für Euer eigenes Pokerspiel nützt? Oder habt meinen Post einfach gerne gelesen? Dann würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr auch hier vorbei schaut. Damit unterstützt Ihr meinen Blog. Vielen Dank!



Samstag, 8. September 2012

Für kleines Geld zum 1.010-Euro-TnT-Pokerturnier im Casino Bremen


Moin tosamm, 

Das Casino Bremen liegt direkt in der Bremer Innenstadt.
vom 21. bis 23. September steigt ein Poker-Turnier im Casino Bremen, das vom Buy-In nicht ganz meine Kragenweite ist: das "TnT". Saftige 1.010 Euro müssen am Eingang entrichtet werden, bevor man sich an einen der Pokertische setzen darf.

Infos findet Ihr auf der Casino-Homepage. Ein Bekannter, der mit im Casino arbeitet, hatte mich gebeten, ein wenig hierfür die Werbetrommel zu rühren. Vertreten kann ich das Ganze daher, weil es über preisgünstige Steps die Option gibt, sich bis zum Final-Ticket hochzuspielen. Am nächsten Mittwoch ist die letzte Chance: 25 Euro kostet der Spaß. Versuchen werde ich es nicht, da ich am Turnierwochenende bereits verplant bin.

Mich juckt es allerdings, einmal eines der 55-Euro-Events zu spielen, die sonntags angeboten werden. Mein letzter Casino-Besuch ist in etwa so lange her wie meine letzte Tanzstunde. Wann es es wieder so weit sein wird - mit dem Casino-Besuch, nicht mit dem Tanzen - weiß ich allerdings nicht. Meinen ersten Besuch in Bremen habe ich übrigens auf meinem alten Blog festgehalten. Schmunzeln ist erlaubt!

Wann ist eine Blind-Struktur al dente?

Unter anderem, weil ich die Blindstruktur nicht richtig einzuschätzen kann. Zu Beginn bekomme ich einen 3.000er Stack, die Level dauern 25 Minuten, nach einer Stunde liegen die Blinds bereits bei 100/200. Gut oder schlecht? Mir geht es ein wenig zu schnell nach oben - die Luft wird, gemessen an diesem Startstack - rasch dünn.

Dazu würde mich Eure Meinung interessieren: Seht Ihr es in diesem Fall ähnlich? Unter diesem Link findet Ihr genauere Informationen zu einem der 55-Euro-Freeze-out-Events in Bremen. Ich freue mich auf Euren Eindruck - und wo und warum Ihr gerne live Poker spielt. Möglicherweise habt Ihr bereits einmal in Bremen gespielt und könnt mir Euren Eindruck schildern? Das würde mich freuen.

Beste Gröten, Nico


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Montag, 3. September 2012

Fünf Jahre Friesland Poker: Ohne Kommerz, aber mit Herz und Melone

Moin tosamm,

Passend zum feierlichen Anlass gab Charme und
Melone. Für den Fotografen in diesem Fall
auch die stylische Sonnenbrille.
Fotos: Friesland Poker
Live Poker? Ja, bitte! Und gerne so oft wie machbar! Online-Poker? Wenn zeitlich möglich, gerne - aber nur als Snack zwischendurch. Dass mir Menschen aus Fleisch und Blut als Gegner weit lieber sind als solche aus Bits und Bytes, ist mir erst am letzten Sonnabend wieder klar geworden. Friesland Poker rief im Vareler Tivoli zum Jubiläumsturnier - fünf Jahre ist die private Initiative bereits damit beschäftigt, Turniere für Jedermann zu organisieren. Und das zu Buy-Ins, die dank ihrer niedrigen Höhe bereits an der Kasse klar machen: Wir bieten Euch Raum zum Spielen, weil wir mit Euch unsere Poker-Leidenschaft teilen wollen - nicht, um Gewinne einzufahren.

Zur Begrüßung gab es ein Glas Sekt und eine herzliche Ansprache der Organisatoren, in der ersten Pause Gratis-Wackelpudding für alle Beteiligten. Nicht nur das: Mittendrin ertönten immer wieder Ausrufe von Spielern, wenn ein Paar Fünfen, ein Drilling oder gar Vierling Fünfen eine Hand gewann. Denn: Passend zum Jubiläum wurden dann Gratisgetränke oder auch Buy-Ins spendiert.

Mehr als nur Gegner

Das Jubiläumsturnier wollte ich mir ebenfalls nicht entgehen lassen, da ich in Varel seit rund geraumer Zeit mehr als einen bloßen Sachpreis-Pokerturniertermin genießen kann. Viele der Spieler sind für mich zu geschätzten Menschen geworden, mit denen ich auch abseits der Pokertische gerne den Kontakt pflege.

Was meinen Turnierverlauf betrifft, war der von Berg- und Talfahrten gezeichnet: Bekam ich gute Hände, wurden die leider nur selten besonders gut ausgezahlt, als die Blinds bereits höher wurden, kam die Kartendurststrecke. Als schließlich die rote Zone in Sichtweite kam, gelang mir zwar einmalig ein  lebenswichtiger Aufdoppler. Dann habe ich es aber verschlafen, selbst mit Müll auf der Hand den Versuch zu wagen, Chips zu ergattern. Ich mache genau das als meinen Knackpunkt für dieses Event aus: Zu zaghaft gewesen zu sein. Daran muss ich arbeiten.

Das Gefühl aber passte

Ich konnte aber auch wieder ein Stückweit Vertrauen in mein Spiel zurückgewinnen: Beispielsweise, wenn ich wiederholt erkannt habe, zu welchem Zeitpunkt auf welchem Weg sehr gute Chancen auf den Gewinn einer Hand bestanden. Oder mein Gefühl für einen Gegner bestätigt wurde und ich ihn entsprechend unter Druck setzen konnte.

Kurios, welche Spielertypen mir im Verlaufe des Sonnabends parallel über den Weg liefen:
  • Der Tilter: Jemand, der heiß läuft und seine ihm eigenen Pokerfähigkeiten über Bord wirft, obwohl noch genügend Chips vor ihm stehen
  • Der Erklär-Bär: Diese Art von Kontrahent erklärt den Mitspielern ungefragt, was geht und was nicht funktioniert oder was sie gerade falsch gemacht haben. Sie können nicht anders.
  • Der Kopflose: Ohne Not schießt er die Hälfte seines Chipstapels in den Wind - dafür reicht gerne auch eine einzige Müll-Hand.
  • der Respektlose: Passiert jemand am Tisch ein Fehler, geht diese Spezies zum Angriff über. Offen wird am Tisch auf die fehlende Erfahrung des Gegners spekuliert.

Zum Glück nur Ausnahmen

Das Gros machten aber - wie von Friesland Poker gewohnt - freundliche und spielfreudige Pokerfreunde aus, die auch Anfängern unterstützend unter die Arme griffen.

Gut gefüllt: das September-Turnier im Vareler Tivoli.
Danke sage ich an dieser Stelle etwa unserem "Tisch-Dealer" Andreas, der in routinierter Manier die Karten verteilt hat, außerdem den besagten Neulingen im Turnier bei Bedarf mit Erklärungen weiterhalf. Bei Friesland Poker gibt es zwar keine Dealer, weswegen der Eintritt auch weit unter denen der umliegenden Poker-Veranstalter liegt. Wohl aber gibt es ein paar erfahrene Teilnehmer, die von sich aus die Karten in die Hand nehmen, weil sie wissen, dass dadurch die Zahl der gespielten Hände steigt.

Solltet Ihr so jemanden am Tisch finden, dankt ihm und sorgt gemeinsam dafür, dass sein Glas nicht trocken wird. Damit würdigt ihr seine oder auch ihre Dienste. Macht Euch bewusst: Dieser Jemand hebt unter anderem auch Eure Chance, schneller zur möglichen Gewinnerhand zu gelangen.

Lust auf Live

Wann wohl meine nächste Live-Pokererfahrung anliegt? Reizen würde mich auch mal wieder ein Besuch im Casino. Solange aber weiterhin so rasche Blindstrukturen wie die im Casino Bremen existieren, halte ich davon Abstand. Liebe Poker-Organisatoren, auch in Bad Zwischenahn: Feilt an Euren Angeboten! Schafft wenigstens ein Event, das auch kleine Fische wie mich mal wieder zum akzeptablen Preis in Euer Haus lockt! Das würde nicht nur mich sicherlich sehr freuen.

Egal, wie hoch der Preis ist: Behandelt uns bitte wie Könige. Oder wie in Varel: Dort bin ich nicht nur eine Nummer, die Geld zur Kasse bringt. Ihr wart selbst in Friesland am Tisch? Wie war Euer Abend? Ich freue mich, von Euch im Kommentar-Bereich zu lesen.

Beste Gröten,
Nico

P.S. Euch gefällt mein Blog-Eintrag? Ihr habt vielleicht etwas mitgenommen, was Euch für Euer eigenes Pokerspiel nützt? Oder habt meinen Post einfach gerne gelesen? Dann würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr auch hier vorbei schaut. Damit unterstützt Ihr meinen Blog. Vielen Dank!

Dienstag, 21. August 2012

Pokerblog-Sommerpause beendet: Es geht weiter

Moin tosamm,

der Start in meinen neuen Job, ein langer und schöner Urlaub mit der Familie, wenig Eifer, nach Feierabend noch in die Tasten zu hauen, Makrofotografie als neue Leidenschaft: In den letzten Wochen gab es gleich mehrere Gründe für mich, keine neuen Blogbeiträge online zu stellen.

Die Anzahl der Beiträge soll in den kommenden Wochen aber wieder steigen, ist mein Plan. Mit ein Motivator: Der Facebook-Auftritt für meinen Blog, zu finden unter www.facebook.com/NicsmixPokerblog, floriert. Fast täglich kommen neue Fans hinzu, die über die Timeline auch erfahren, wenn es hier etwas Neues gibt. Aktueller Stand: Rund 70 Menschen, die auf "Gefällt mir" geklickt haben. Für einen privaten Pokerblog, zudem aus dem Micro-Bereich, hat mich das positiv überrascht.

Kooperation mit GameDuell

Mein neuer Werbe-Partner: GameDuell aus Berlin
Ebenfalls erfreulich: Mit GameDuell aus Berlin habe ich einen neuen Werbepartner für meinen Blog gewonnen, der beispielsweise Skat und Rommé in seinem Portfolio hat. Rechts und ganz unten findet Ihr bereits Werbebanner, die auf das Angebot der Online-Spieleplattform aufmerksam machen.

Gerade in Sachen Skat wird dort Einiges angeboten, auch live: Im Juli 2013 steigen in Berlin beispielsweise erneut die "Skat Masters". Um für die Qualifikation gewappnet zu sein oder das Spiel einfach kennenzulernen, gibt es sogar einen Skatschule. Mehr dazu findet Ihr heraus, wenn Ihr das Online-Banner ganz unten auf meinem Blog klickt.

Support my Blog

Ich spiele mit offenen Karten: Wenn Ihr Euch dort anmeldet, unterstützt Ihr meinen Blog - pro Probespieler werden meinem Partner-Konto 50 Cent gutgeschrieben. Möchte jemand dort online etwas einzahlen, sogar mehr. Anders als bei Online-Pokerclients ist man dort als deutscher Spieler in keiner rechtlichen Grauzone. Das hat mir gut gefallen. GameDuell ist eine schöne Ergänzung zum Werbepartner Amazon, dessen Suchmaske Ihr bereits auf meinem Blog findet. Details hierzu findet Ihr wie gewohnt an dieser Stelle.

Was erwartet Euch in den nächsten Tagen? Unter anderem ein Post zum TNT-Pokerturnier im Casino Bremen, das schlappe 1.010-Euro kostet. Dann erfahrt Ihr auch, warum es selbst für mich als Low Roller interessant ist.

Beste Gröten & Euch alles Gute!

Nico




Donnerstag, 19. Juli 2012

PKR Poker Software Update 2.08 - Drinks inklusive

Moin, tosamm!

Ein Glas Whisky macht Bad Beats erträglicher. Sagt man.
Screenshot: Nico Lindner
Extrem unterhaltsam, was die Jungs vom Pokerraum PKR jetzt in ihr aktuelles Update 2.08 gepackt haben: Ich kann meinen Tischnachbarn und mir am Pokerfilz selbst Drinks bestellen. Endlich :) Sicher, das ist nur ein Teil der erfrischenden Neuerungen, aber vielleicht eine der unterhaltsamsten.

Für Verspielte

Gleich in meinem ersten Poker-Turnier nach dem Update habe ich mich gefragt, was passiert, wenn mein Avatar mehrere Getränke hintereinander konsumiert. Bevor Ihr es selbst ausprobiert: nix. Schönes Detail: Ich kann auch Tischnachbarn einladen, etwa wenn man gemeinsam den Final Table erreicht hat. Nachteil, aber verschmerzbar: die Getränke kosten PKR-Punkte. Mit am teuersten sind die Cocktails.

Endlich Hand-Replays im Anmarsch

Nett wie immer: Die Mühen der Spieler, um einen besonderen
Avatar zu schaffen. In diesem Fall wurde auch an den
Hut gedacht. Fein! Screenshot:
Nico Lindner
Noch mehr Abnehmer als eine Runde Freibier dürfte aber die endlich realisierte Replay-Funktion finden. Ihr habt den Bad Beat des Jahrhunderts kassiert?

Euer "Mimimi" für alle

Ein besonders hoch dotiertes Event gewonnen oder wollt eine diskussionswürdige Hand online stellen? PKR macht das bald  möglich - wer mag, kann seine Hand etwa via YouTube online stellen oder auf Facebook teilen. Für Apple-User wie mich steht dieses Feature noch aus. Solltet Ihr einen PC nutzen und bereits Erfahrungswerte mit der Betatest-Variante parat haben, postet sie gerne als Kommentar unter diesen Blog. Die Wahrscheinlichkeit ist aber gering - wenn ich PKR richtig verstanden habe, ist erst einmal eine kleine Auswahl von Spielern damit betraut, dieses Feature zu testen.

Smooth, Dude!

Wozu ich etwas schreiben kann: Parallel zu den neuen Optionen hat PKR nach meinem Empfinden die Software für den Apple bemerkenswert entschlackt - sie läuft weit flüssiger als zuvor. Ein kurzes Video zum Update findet Ihr auf YouTube, außerdem hat PKR auf der eigenen Seite dazu einen Artikel veröffentlicht, wenn auch nur auf Englisch. Außerdem wurde die Anordnung der Menüs überarbeitet und wirkt nun strukturierter.

Und selbst?

Ihr spielt ebenfalls auf PKR? Was gefällt Euch besonders gut? Und warum? Und welchen Lieblingsdrink habt Ihr? Ich freue mich auf Eure Kommentare.

Beste Gröten, Nico


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Sonntag, 1. Juli 2012

Gehirn-Doping: Warum ich Poker News (US) nicht mehr unterstütze

Moin tosamm,

es waren nur ein paar Zeilen Text, die auf der Facebook-Seite von Poker News (USA) auftauchten, einem der größten Poker-News-Netzwerke der Welt. Und die mich trotzdem derart in Rage brachten, dass ich diese Seite in Zukunft nicht mehr unterstützen werde, sei es durch das Teilen von News oder meine Teilnahme an Aktionen der US-News-Plattform.

Rechts ist der fragliche Promotion-Post zu lesen. Wie würde es Euch
gefallen, beim nächsten Olympiade-Bericht zwischendurch
Doping-Werbung zu sehen?
Screenshot: Nico Lindner
Kern des Postings: Werbung für eine Substanz, die es dem Pokerspieler erlauben soll, fokussierter und leistungsfähiger am Pokerfilz zu sein. Im Klartext: Doping für das Gehirn. Nein, Danke - wenn ich jemanden am Pokertisch gegenübersitze, haben leistungsfördernde Medikamente dort nichts zu suchen - genauso wenig wie bei der Olympiade oder bei irgendeinem anderen Sport.

Wer dopt, schadet nicht nur seinen Gegnern, er schadet auch dem Poker-Sport an sich. Was hilft es beispielsweise, wenn unser schönes Spiel immer mehr aus den Hinterzimmern tritt, sich aber jeder fragt, ob jemand irgendwelche Substanzen einwirft, um sich Vorteile zu verschaffen? Niemanden - im Gegenteil.

Ich habe die International Federation of Poker in diesem Zusammenhang um eine Stellungnahme gebeten: Was für einen Standpunkt vertritt die weltgrößte Interessensvertretung für Poker? Wenn eines ihrer Ziele die Anerkennung von Poker als Geistessportart ist, müsste er ziemlich eindeutig sein.

Einen Tag später hatte ich bereits Antwort auf meine Mail an Anthony Holden, Präsident der IFP:

Klare Botschaft der World Anti Doping Agency: Sagt "Nein" zu
Doping, gewinnt sauber.
Quelle: Facebook-Seite der WADA
"Lieber Nico Lindner, es wird dir gefallen, dass die IFP und ich persönlich ebenfalls deine negative Einstellung zum Gehirn-Doping vollkommen teilen als auch den Gebrauch jeglicher Substanzen verneinen, die zur Förderung der Leistungsfähigkeit bei anderen Sportarten und auch Geistessportarten oder irgendwo sonst dienen. Die IFP ist eingetragenes Mitglied der World Anti Doping Agency, die Einhaltung ihrer Regeln wird bei unseren Turnieren streng überwacht. Dies wird auch in unseren Statuten klar definiert."

Mr. Holden, vielen Dank für die rasche Antwort. Freuen würde es mich, wenn Ihre Vereinigung in Zukunft gerade zur Zeit der WSOP noch stärker darauf aufmerksam macht, wie falsch Mind-Doping ist. Vielleicht können Sie gar das Orga-Team der WM der Pokerspieler zu einem klaren "Nein zu Doping" bewegen? Und weitere Poker-Organisationen, beispielsweise den Deutschen Pokersportbund?

Ich zitiere an dieser Stelle gerne die deutsche Anti-Doping-Agentur, die NADA, die schildert, was sonst passiert:

"Sieger wird nicht der beste Athlet, sondern der, der bereit ist, die größten gesundheitlichen Risiken um des Siegens willen auf sich zu nehmen."


Spielt fair. Erhaltet die Glaubwürdigkeit von Poker. Wer blufft, hat Mut. Wer dopt, schadet sich und dem Spiel.

Beste Gröten, Nico


P.S. Was meint Ihr zu diesem Thema? Auf Euren Kommentar freue ich mich sehr.

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Montag, 25. Juni 2012

Liebe zum Poker, Glück, ein Damen-Kuss und zwei Pokale

Moin tosamm,

es ist Sonnabend, ich greife zu meiner Jacke, die noch über meinem Stuhl hängt und mache mich für die Heimfahrt bereit. Ein netter Pokerabend bei Patrik Könighaus liegt hinter mir. Zehn Spieler, eine mit reichlich Hingabe zum Pokerspiel eingerichtete Pokerlounge, 10.000 Chips sowie eine gut spielbare Struktur, vor allem Bekannte, die ich über Friesland Poker kenne und mag.

Pflegt Poker als eines seiner Lieblingshobbies:
Patrik Könighaus, der bereits bei der WPT cashen
 konnte. 
Foto: Nico Lindner
Damit ist aber nun Schluss. Wir sind jetzt zu viert, mein König und Jack treffen auf Patriks Kings. Nur noch wenige Blind-Runden und ich hätte kaum noch Chips gehabt. Auf welche Hand sollte ich noch warten? Aus die Maus. Patrik blufft in diesem Fall nicht, im Gegenteil. Ich sehe mich dem zweitstärksten Paar gegenüber, das am Pokertisch existiert.

Auf dem River vervollständige ich meinen Flush und kann damit auch Patrik aus dem Event werfen. Ungläubig starre ich auf den Tisch, während mein Gegner um Fassung ringt. Das war glücklich.
Derart mit Chips ausgerüstet, geht es schließlich wenig später ins Heads Up gegen Mitspieler Marco, den ich ebenfalls über Friesland Poker in Varel kenne. Ein unangenehmer Gegner - er ist für mich schlecht einzuschätzen, weil ich noch nicht oft gegen ihn gespielt habe. Trotzdem versuche ich, ruhig zu bleiben und auf eine Chance zu hoffen.

Road to victory

Glücklich, aber reichlich geschafft:
Kurz nach 23 Uhr kann ich gleich
zwei Pokale in Empfang nehmen.

Foto: Patrik Könighaus
Die kommt, als 9,10s in meine Hände wandern. Ob Marco preflop raiste, weiß ich nicht mehr. Der Flop bringt für mich einen Open Ended Straight Draw. Marco geht all in, ich überlege kurz und calle dann. Embrace the risk! Turn: Eine 4. River: die Dame! Der Turniersieg ist meiner! Mein Kontrahent hatte mit A,8 die 8 getroffen.

Fit am Tisch

Was mich sehr freut: Mein Poker-Mindset war an diesem Abend wieder frisch. Die Gedanken kreisten alleine um Fragen wie "Steige ich mit dieser Hand ein?", "Gehe ich jetzt all-in?", "Callst du den Push dieses Gegners?" oder auch "Wo stehst du jetzt gerade selbst?". 95 Prozent der Hände, die ich gespielt habe, würde ich wieder so spielen. Der Kopf war klar, in Engelsgeduld warf ich gerade zu Beginn Hand um Hand weg und habe keine verrückten Dinge versucht. Der Effekt: ein tightes Image, das mir half, auch bei kommenden Händen, die über den Flop hinausgingen, Chips anzuhäufen. Risikoscheu habe ich in meinen Augen trotzdem nicht gespielt. Das hat möglicherweise den einen oder anderen davon abgehalten, im Small Blind meinen Big Blind anzugreifen.

Warum war ich hier?

Patrik hatte schon oft von seiner Poker-Lounge gesprochen und über Facebook Fotos gepostet. Das wollte ich live sehen. Endlich war dann termintechnisch die Chance da. Enttäuscht wurde ich nicht - Patrik hat seinen Pokerraum mit viel Liebe zum Detail eingerichtet.

Feines Werbeschild für einen feinen Pokerraum.
Foto: Nico Lindner
So existieren am Tisch nahe des Pokerfilz an jedem Spielerplatz Leuchtdioden, die auch bei stärkeren Rauchschwaden die eigenen Karten beleuchten, Beistelltische für Getränke, eine kleine Bar und eine besonders nette Leuchtreklame für den Raum. Für eine der Pausen hatte die Freundin von Patrik für Hot Dogs gesorgt. Das nennt man angenehmen Rundum-Service. Dass für Drinks oder auch Essen ein kleiner Obolus genommen wird, halte ich für selbstverständlich.

Ich bin gespannt, wann ich das nächste Mal hier spielen kann - im Grunde muss ich wiederkommen. Neben einem kleineren, aber ebenfalls sehr feinen Pokal für den Sieg, gab es einen großen Wanderpokal, der vom Sieger dann beim nächsten Mal wieder mitgebracht wird. Das motiviert zusätzlich. Ob für mich die Rauchdichte reduziert wird, wage ich zu bezweifeln :)

Was ist Euch wichtig?

Wie gestaltet Ihr Eure eigenen privaten Runden? Gibt es eine ähnlich nette Ausstattung oder besondere Preise? Wenn ja, warum macht Ihr Euch die Mühen? Ich bin auf Eure Berichte gespannt!

Beste Gröten & Euch ein gutes Mindset,
Nico

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Dienstag, 12. Juni 2012

Poker auf PKR.com: Das Duell gegen Pro Sascha "locodice" Walter

Moin, tosamm!

Links oben: "locodice" - entsprechend mit Warnhinweisen
meinerseits markiert. Rechts neben ihr sitze ich. 
Sonntagabend, Poker-Turnier auf PKR.com, das Main Event: Wer sitzt da links von mir? Kenne ich den Namen nicht irgendwoher? Ich runzle meine Stirn und überlege... "locodice" – ist das nicht der Nick eines der PKR.com-Pros? Blick ins Internet, Gewissheit: Ja, der Deutsche Sascha Walter steckt hinter diesem Nickname. Und beschert mir ein besonderes Turnier-Erlebnis.

Perfect Chip Donator

Als ich nämlich irgendwann Chips brauche, setze ich nach einem seiner Raises alles auf zwei Karten: Ass und König. Er callt als Chipleader - und hält Ass, Dame. Gleich auf dem Board kommt ein zweiter König, es ist an der Zeit für mich, aufzuatmen. Oder? Ja - kein kurioser Kartenverlauf auf Turn und River, geschafft! Ich hatte andere brenzlige Situationen in diesem Event, die es zu überwinden galt, diese war aber mit Sicherheit die spannendste.

Alleine, seinen Spielstil zu beobachten, hat mich sehr gefesselt. Wie hoch setzt er seine Raises an, wann macht er sie, zeigt er seine Karten, und wenn ja, was hat er dann auf der Hand? In der oben geschilderten Situation, als ich knapp 20 Big Blinds in die Mitte geschoben habe, war sein Status als professioneller Spieler für mich der Anlass, es nicht nicht mit Katz und Maus auf dem Flop auszuprobieren. Wenn ich als unerfahrenerer Teilnehmer bei einem Event gegen jemand kämpfe, der erwiesenermaßen auf den kommenden Straßen mehr Wissen im Holster stecken hat, setze ich ihn lieber von Beginn mit allem, was ich habe, unter Druck. Ich behaupte, dass es mich zusätzlich motiviert hat, mein bestes Spiel zu zeigen, nachdem ich wusste, wer da noch an meinem Tisch sitzt. Mitnichten habe ich meinen Kopf eingezogen.

Ein Ass reicht ihm

Zwei ähnlich große Stacks in einer gemeinsamen Hand: "locodice"
und die Spielerin Jane. Beide geben Gas, am Ende
zeigt Sascha Walter ein kleines Ass. Zuvor hat er Jane dazu
gebracht zu folden. Spannend!
Gesunder Respekt ihm gegenüber war trotzdem immer mit von der Partie. Zu was Sascha in der Lage ist, habe ich bei einer speziellen Hand gemerkt. Nach einem wahren Raise-Duell auf Flop, Turn und auch River foldete sein Gegner schließlich, nur um dann mit anzusehen, wie "locodice" lediglich ein kleines Ass umdrehte. Er hatte das Board komplett verfehlt, seinen Kontrahenten aber mit überlegten Moves ordentlich unter Druck gesetzt.

Auch im Chat Werbeträger für das Pokerspiel auf PKR.com

Was ich ihm hoch anrechne: Dass er im Chat auch auf Begrüßungen oder Kommentare freundlich reagiert. Und: Meine Einladung annahm, auf der Facebook-Fansite von "Nicsmix - Pokerblog" vorbeischauen. Über diese Plattform hatte ich Sascha nämlich einen Gruß auf seiner Facebook-Fansite hinterlassen. Mein erster Eindruck: Da hat jemand auch den Gemeinschaftsinn von Poker vor Augen, außerdem die Spieler-Community. Etwas, das nicht selbstverständlich ist. Viele hauptberufliche Pokerspieler, die ich eine Zeitlang auch unter meinen Facebook-Kontakten hatte, sind reine Sende-Stationen. Feedback ihrerseits zu Kommentaren von "kleinen Fischen" kommt nicht zustande.

Gut strukturiertes Turnier

Sascha, ich bin auf das nächste Event gespannt, bei dem ich gegen dich antreten kann. Ob es das Main Event ist, weiß ich noch nicht. Die 30-Minuten-Blindstruktur war super, der Buy-In mit rund 35 Dollar aber doch gewöhnungsbedürftig. Sollte ich aber einmal wieder dreistellig cashen, darfst du dich auf eine neue Auflage freuen. :) Bei diesem Turnier klappte es leider nicht. 587 Spieler hatten sich registriert, ich landete auf Platz 100 - bei Nr. 80 wäre die Bubble geplatzt. Nach Min-Raise eines meiner Gegner in früher Position habe ich short in Middle Position Zehnen gefunden. Auf was sollte ich zu diesem Zeitpunkt warten? Rein damit, alle folden, bis auf den anfänglichen Raiser. Der callt, zwei Damen lächeln mir ins Gesicht. Und geleiten mich dann auch in Schlafgemach, Pardon, an die Rails. Die Lust auf mehr Turnierpoker ist aber weiterhin da.

Beste Gröten, Nico


P.S. Euch gefällt mein Blog-Eintrag? Ihr habt vielleicht etwas mitgenommen, was Euch für Euer eigenes Pokerspiel nützt? Oder habt meinen Post einfach gerne gelesen? Dann würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr auch hier vorbei schaut. Damit unterstützt Ihr meinen Blog. Vielen Dank!


P.S. Ob sich Sascha noch an Detail zu diesem Turnier erinnert, vielleicht sogar Hände gegen mich? Ich frage ihn einfach - mit Glück findet sich sein Kommentar in diesem Blog-Beitrag. Und möglicherweise sind ihm sogar Dinge aufgefallen, die ich noch an meinem Spiel verbessern kann. Ich bin gespannt!

Dienstag, 22. Mai 2012

Friesland Poker: Full House im Kopf

Moin tosamm,

Zu Beginn der Partie bekommen Spieler bei Friesland Poker 10.000 Chips.
"Nico, die Blinds bitte!" - schon wieder? Die Zeit am Pokerfilz
vergeht fix, wenn man mental nicht präsent ist.
Foto: Nico Lindner
zum geschätzten 16. Mal bekomme ich am Pokertisch einen freundlichen Hinweis darauf, doch bitte meine Blinds zu zahlen. Ich wundere mich: Bin ich wirklich schon wieder dran? Normalerweise hätte ich spätestens jetzt merken müssen: Da läuft etwas schief. Und es ist nicht Müdigkeit, die man einfach durch ein wenig Koffein wegspülen kann.

Sonnabend bin ich seit langem einmal wieder im Vareler Tivoli gewesen: Dort findet monatlich ein Pokerturnier von Friesland Poker statt, meiner Stammadresse für Sachpreis-Poker. Selbst wenn ich in Oldenburg wohne, nehme ich gerne ein paar Extrakilometer auf mich, um dort zu spielen. Die Stimmung passt einfach. Auch an jenem Sonnabend: Der Table Talk war nett, gleich zu Beginn saß ich mit einer sehr herzlichen und humorvollen Runde zusammen. Darunter auch Spieler, mit denen ich mich auch abseits des Tisches sehr gut verstehe. Sicher, stark sind sie auch, was ich aber in Kauf nehmen. Meine Gegner kann ich mir am Pokerfilz in der Regel nicht aussuchen, wenn ich mich für ein Turnier anmelde. Hier passte die Mischung: Viele Witze wurden ausgetauscht und markante Hände angesprochen.

Volles Haus im Kopf

Mein Kopf war allerdings nicht im Saal, sondern noch zu Hause. Sohnemann hatte zu diesem Zeitpunkt noch mit einem blöden Husten zu kämpfen, meine Frau passte auf ihn auf. Im Februar war er wegen einer Lungenentzündung im Krankenhaus. Dann denkst du umso mehr daran, dass sich etwas Ähnliches wiederholt oder ein Husten wieder schlimmer wird - selbst wenn das nicht der Fall ist. Und du weißt: Wenn ein Poker-Event länger dauert, bist du erst spät wieder daheim. 

Am Tisch bin ich folglich fadenscheinigen Draws hinterhergehetzt, habe üble Starthände ausgewählt, um zu raisen und nicht den Mut gehabt, bestimmte Moves bin zum All-In durchzuziehen, um Kontrahenten einen erneuten Call teuer zu machen.

In einer idealen Pokerwelt registriere ich nicht nur meine guten Hände,
sondern auch solche, die glücklich waren. Oder in denen ich
Mist gebaut habe. Diese Fehler stelle ich dann ab.

Screenshot auf PKR: Nico Lindner 
Als sinnlos empfinde ich den Abend aber trotzdem nicht. Sicher, ich war schon vor der ersten Pause raus. Die Kontaktpflege mit meinen Vareler Pokerfreunden war mir die Tour aber wert. Interessante Themen hatten wir nämlich auch am Sonnabend: Beispielsweise die Frage, ob und wann man sich darüber aufregen kann und darf, wenn man frühzeitig nach Hause fahren muss.

Der Schwächere zahlt. Irgendwann.

Ist eine pochende Halsschlagader etwa gerechtfertigt, wenn mich ein technisch schwächerer Spieler mit einer mehr als fragwürdigen Hand auf dem River kalt erwischt, obwohl ich selbst keine offensichtlichen Fehler gemacht habe? Oder ist nur dann alles Paradiso, wenn mein Gegner ebenfalls lupenrein gespielt hat?

Wann eine Pokerhand die Aufregung wert ist

Ich bin der Ansicht, dass man sich nur über Dinge aufregen kann, die man selbst zu verantworten hat. Wenn mein Gegner glücklich trifft, beglückwünsche ich ihn. Auf lange Sicht ist er mit einer fantasievollen Handauswahl auf dem Holzweg. Das erkläre ich ihm aber nicht. Schlägt der Zufall zu und meine Asse werden durch ein Paar Buben gekillt, konnte ich das ebenfalls nicht steuern. In meinen Augen ist nur dann Ärger angebracht, wenn ich durch eigenes Verschulden einen Spielverlauf derart beeinflusst habe, dass der böse Ausgang vorhersehbar war. 

Fehler dürfen nicht gepflegt werden 

Ein Beispiel: Ihr macht einen Fehler beim Spielen einer Hand, registriert diesen, macht denselben falschen Move aber später erneut. Über den ersten Lapsus kann ich lächeln und die Situation, in der er passierte, registrieren und analysieren. Mache ich ihn aber erneut, darf und muss ich mir kräftig in den Afterballen beißen. Wie behalte ich die Übersicht? Über Notizen. Am einfachsten funktioniert es mit Stift und Papier, gegebenenfalls mit einem Notizbüchlein. Ich habe aber schon SMS oder Mails in meinem Handy abgespeichert, die einem einzigen Zweck dienten: Erfahrungen am Tisch festzuhalten. Und sei es, um mir zu merken, wie ein bestimmter Gegner am Pokertisch tickt. Diese Arbeitsweise muss auch ich wieder stärker für mich entdecken.

Wie verarbeitet Ihr selbst Eure Fehler und Erfahrungen? Auf Eure Mittel und Wege bin ich gespannt. Danke im Voraus für Eure Antworten!

Beste Gröten, Nico

P.S. Euch gefällt mein Blog-Eintrag? Ihr habt vielleicht etwas für Euch mitgenommen? Dann würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr auch hier vorbei schaut. Damit unterstützt Ihr meinen Blog.





Dienstag, 15. Mai 2012

PKR, Online- Poker Session-Review, 13. Mai 2012

Moin, tosamm,

Links findet Ihr meinen Avatar, ich spiele unter dem Namen
"URinissaltY". Zu diesem Zeitpunkt muss ich beizeiten die
Chance ergreifen, aufzudoppeln. 
kein ausführlicher Blog-Beitrag, eher ein Tagebuch-Eintrag, der mir selbst helfen soll, mich an Fehler und gelungene Moves in einem Pokerturnier zu erinnern.

Heute Thema: PKR, Value Town am Sonntag, 13. Mai.

Verbesserungswürdig: 

  • Turnierauswahl, Session startete am späten Sonntagabend - nicht optimal
  • Das Ausnutzen guter Handverläufe. Beispiel: Beim Treffen eines Sets in der Folge nicht zu hoch zu betten, selbst wenn ich befürchte, die Hand könnte sich noch zugunsten meines Gegners verbessern
  • Weniger Table Talk, das lenkt auf lange Sicht nur ab und schwächt meine Sinne (Ignore-Button nutzen)
  • konsequent mit guten Händen den selben Raise-Betrag betten. Meine Gegner dürfen es nicht einschätzen können, ob ich mit AA oder mit A,K antrete.
Gut:
  • Ich habe keine Furcht vor der Bubble gezeigt, auch, als mein Chipstapel schwand
  • Konzentrierter Handverlauf bis kurz vor Ende des Events, als ich zusehends müder wurde (siehe oben, Eventbeginn nach vorne verlegen)
  • Angenehmes Buy-In
Ergebnis: Erlös von rund 5 Dollar für einen Platz unter den letzten 30 oder 40 Spielern (346 Starter). Willkommen in meiner Welt der Low Roller. :)

Beste Gröten, 
Nico
 

Donnerstag, 10. Mai 2012

Online-Poker auf PKR: Satellite-Experimente für das Masters

Moin, tosamm,

Unten rechts findet Ihr mich - natürlich mit Hut. Links: der Bigstack,
gegen den ich letztlich fliegen werde.
Sonntagabend, mein Kx zoffen sich sehr short mit dem Buben-Pärchen des Big Stack, ein zweiter König eilt zur Hilfe, auf dem River trifft mein Gegner dann seine Straßengang. Aus die Maus, Ende für das Stage-2-MTT auf PKR, das mit ein paar Tausend PKR-Punkten ohne Cash-Buyin startete. Ziel: Letztlich ein Ticket für das PKR Masters zu erspielen.

Gegner, spiele bitte so weiter

Die ersten beiden ersten Stages haben auf mich einen relativ soften Eindruck gemacht. Kontrahenten folden beispielsweise regelmäßig, obwohl sie eigentlich nur verhältnismäßig wenig Chips hätten dazuzahlen müssen, um sich an einer Hand weiterzubeteiligen. Mir soll das Recht sein. Ebenfalls präsent: Spieler, die sich zu Tode folden, selbst dann, wenn sie nur noch als Schatten am Tisch sitzen. Worauf warten sie? Asse, um dann mit einem kümmerlichen Stack all-in zu gehen?

Der Hunger ist geweckt

Effekt des Ausflugs: Noch mehr Hunger auf das Leiterbelohnungssystem, das mir im Idealfall für ein paar PKR-Punkte erlaubt, an einem großen Event teilzunehmen. Drückt mir weiterhin  die Daumen. Und falls Ihr selbst auf PKR seid, addet mich gerne: der Username ist URinissaltY.

Ihr habt Tipps für andere attraktive Satelliten auf PKR? Oder Herangehensweisen, die sich bewährt haben? Auf eure Kommentare freue ich mich sehr.

Beste Gröten,
Nico

P.S. Gewusst? Auf www.Facebook.com/NicsmixPokerblog findet sich nun auch eine Fansite für meinen Blog. Ich freue mich auf euren "Like"!

Dienstag, 1. Mai 2012

"Coming up on PKR in 2012" - dieses Video macht Poker-Appetit

Moin tosamm,

kurz und bündig: PKR hat vor Kurzem ein Video auf YouTube veröffentlicht, das noch mehr Lust auf den 3-D-Pokerraum macht. Es liefert einen Vorgeschmack darauf, was Spieler im Jahr 2012 an Verbesserungen erwarten dürfen.

Mir gefallen vor allem Dinge wie
  • die Hand-Review-Optionen
  • die kleinen Goodies, die sich jeder Spieler nun holen kann und
  • die erweiterten Emoticons
  • die Möglichkeit, nette Hände via YouTube online zu teilen.
Was mich ebenfalls freuen würde, liebe Entwickler: Wenn Ihr den Hardware-Hunger auf dem Mac reduzieren würdet. Die Lüfter meines MacBooks lechzen jedes Mal nach Frischluft, wenn ich eine Turnier-Session fahre. Muss das sein? :)

Und, was halt Ihr von dem Gezeigten?

Beste Gröten, Nico


Montag, 30. April 2012

PKR Springfest Event 17: Deepstack-Poker schmeckt - auch ohne Zuckerguss

Moin tosamm,

Großartiger Tanzstil, kleiner Stack: Ja, Danke, das oben
rechts bin ich. Langsam wird die Luft dünn.
Sonntagabend, 22. April, habe ich mich seit langem wieder einmal konkreter an ein Pokerturnier auf PKR.com gewagt. Per Mausklick das Abendprogramm: Event Nr. 17 der Pokerfest-Reihe. Ein Deepstack-Event, für das ich mich erst rund eine Stunde nach Start angemeldet habe. 10.000 Chips, Blindzeiten von 15 Minuten - wenn ich mich richtig erinnere - für Onlineverhältnisse paradiesische Zustände. Und eine Grundbedingung dafür, auch nach über 60 Minuten noch vernünftig spielen zu können.

Was bleibt mir von diesem Turnier an Erinnerungen zurück? Zwei Mal konnte ich durch das Floppen von Sets oder Two Pairs Asse knacken. Eine Hand würde ich von der Herangehensweise wieder so spielen: Ich raise mit Königen aus dem Small Blind, mein Gegner im Big Blind reraised. Könige weglegen? All-in gehen? Ich entscheide mich in diesem Fall dafür, lediglich zu callen. Um meine Hand wegzulegen, ist sie zu stark. Falls ich außerdem hinter jedem Reraise gleich Asse vermute, kann ich mich gleich in mein Schutzloch verbuddeln und in Schockstarre verfallen.

Selbst aus verlorenen Händen Nutzen ziehen

PKR bietet mehrere Ansichten des Pokertisches, etwa diese.
Meistens bleibe ich aber bei "Overview", der Vogelperspektive.
Welche benutzt Ihr selbst am liebsten? Und warum?
Das Glück ist mir hold: Ein dritter König taucht auf, mein Gegner raist erneut, ich calle nun aber lediglich. Kein Ass auf dem Turn. Nun schiebt er alles in die Mitte und ich habe kein Problem damit, ihn in meine Trips laufen zu lassen. Ein massiver Chipstapel wandert zu mir, nachdem auch der River kein Ass zeigt. Denn natürlich hatte mein Kontrahent die Bullets.

Die finale Hand des Events allerdings würde ich heute anders gestalten. Ich hatte zu jenem Zeitpunkt knapp 20 Big Blinds in früher Position und bekam Zehnen. Statt aber lediglich zu raisen, schiebe ich alle Chips in die Mitte – in der Gewissheit, dass nach mir ein Shortie kommt, der rund die Hälfte meines Chipstapels fressen kann. Tatsächlich: Er pusht ebenfalls, zeigt Ass, X und erhält dann auch sein zweites Ass. Ein normaler Raise wäre in meinen Augen besser gewesen. Nach seinem All-In wäre dann wohl ein Fold folgerichtig. Resultat des dennoch spannenden Abends: Der doppelte Buy-In als Gewinn.

Die Blase machte keinen Spaß

Herausfordernd war in diesem Turnier die Bubble-Phase, was daran liegen mag, dass ich etwa über meinem Buy-In gespielt habe. Der Gedanke, 22 Dollar investiert zu haben, um dann kurz vor dem Geld auszuscheiden, hat mir Respekt eingeflößt. Das ist in der Bubble-Phase nicht angebracht. Im Gegenteil. Entsprechend muss ich noch mehr darauf achten, angenehme Limits zu spielen. Die Karten und die Gegner sollen im Mittelpunkt stehen, nicht Gedanken an den Verlust eines Buy-Ins.

Ablegen, auch wenn's weh tut

Heute, kurz vor dem 1. Mai, ging es dafür wieder an einen 2.20er Satellite-Tisch für das 55er-Prime-Time-Event. Hier wurde die Bubble erneut die interessante Phase: Ich bekomme in früher Position A, Q, der zuvor mit Min-Bets arbeitende Gegner vor mir raist den dreifachen Big Blind. Statt meine Hand abzulegen, schiebe ich alle Chips in die Mitte. Er hält A, K. Drei Plätze später wäre ich im Geld gewesen bzw. hätte ein Ticket gewonnen. Was ich mich zu diesem Zeitpunkt aber gefragt habe: Reicht meine 10/14-Platzierung wirklich dazu?

Nachdem sich der Pulverqualm nun gelegt hat, würde ich mittlerweile dazu tendieren, diese Hand fallen zu lassen. Sie ist zwar gut, durch den Raise des Gegners aber ein ganzes Stückchen wertloser. Außerdem folgen sieben oder acht Gegner, die ebenfalls Probleme bereiten könnten.

Zum Freudentanz kommt es trotzdem

Heiß, Baby, heiß - der 20:80-Chiprückstand lässt mich
nicht unruhig werden. Das zahlt sich aus. 
Besser lief es da in einem Sit'n'Go im 3-Dollar-Bereich, das kurz darauf folgte: Gleich von Beginn an war ich Chipleader, gestaltete mein Spiel bewusst und ließ mich auch nicht von einem 20:80-Chiprückstand im Heads Up entmutigen. Im Gegenteil: Stück für Stück kämpfte ich mich zurück.

Dabei habe ich mir eine der Lehren aus den Dan-Harrington-Büchern immer wieder vor Augen geführt: Nur dann zu folden, wenn es wirklich sein muss oder mein Gegner mich regelmäßig mit Erhöhungen aus dem Big Blind dazu zwingt, meine Karten doch abzulegen. Ansonsten gilt: Fast jede Hand ist spielbar, wenn ich nur noch den Small Blind auffüllen muss.

Letzte Lehre beim Machen der Screenshots zu diesem Blog-Eintrag: Die Brille, die mein PKR-Charakter trägt, ist irgendwie trashig. Da muss eine neue her :)

Beste Gröten,
Nico

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